[Veranstaltung] [NetzwerkSelbstorganisation] Selbstorganisation durch «Vergessen»

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Datum/Zeit
Date(s) - 27. Oktober 2021 - 28. Oktober 2021
09:00 - 17:00

Veranstaltungsort
Café Ost Bar

Adresse
Goldbachweg 14
4058 Basel


Schweiz

Kategorien


Beschreibung


 
„Glücklich ist, wer vergisst, was doch nicht zu ändern ist.“ Wie viel Wahres ist an dieser Operettenweisheit aus der Fledermaus von Johann Strauss?

Wir – Bühler, Minnig & Zängl – wagen die These: Triebfeder in Organisationen für Innovationen, Kreativität und das Hervorbringen von neuem ist die Kraft des Vergessens. Sie schafft Platz für einen «anderen Anfang».

Der «agile Zeitgeist» vermittelt uns allerdings etwas anderes: Den Herausforderungen in einer immer volatileren, unsicheren, komplexeren und mehrdeutigeren Unternehmenswelt (VUCA-World), soll möglichst mit dem Aufbau umfangreicher (digitaler) Wissenspools und mit neuen, modernen, agilen Lernangeboten begegnet werden. Aber – und hier setzen wir an: – Der «blinde Fleck» des Lernens ist das bewusste Vergessen, verstanden als Synonym für Loslassen, das Abschneiden alter Zöpfe etc.

Wie vergessen wir Rituale, Traditionen und Führungskonzepte in Organisationen? Wie verabschieden wir von Alten, Bekannten und in der Vergangenheit erfolgreichem? Wie schaffen wir Platz für etwas Neues?
Wir sind überzeugt: Erst ein aktives Vergessen von organisationalen Gewohnheiten bietet neue Formen für die Zusammenarbeit. Vergessen erweitert unsere Möglichkeiten zu kooperieren, zur Meinungsfindung, zum Austausch und zur Innovation. Ziel unseres Seminars ist, aufzuzeigen und zu erproben, wie ein sinn- und verantwortungsvoller Umgang mit dem Loslassen von Wissensbeständen, Ritualen und Gewohnheiten in Organisationen erlernt werden kann und welche Möglichkeiten dies in einer Entwicklung, hin zu einer agilen Organisation, eröffnet.

Wir nehmen Sie mit auf eine Erkundungsreise ins «Labor des Vergessens»! Weder ist hier der Griff in die elektrische Steckdose nötig, noch der Konsum von bewusstseinser-weiternden Drogen. Wir werden vielmehr mit ausgewählten knackigen Theorien, Freude am Experimentieren und spielerischer Neugierde diesem ominösen Vergessen in Organisationen auf die Spur gehen. Berührungsängste mit dem Thema sollen abgebaut werden. Schon der Organisationsforscher Karl E. Weick hat gefordert, die in Organi-sationen vorhandenen Unterlagen sollten als «Pest» behandelt werden. Statt nach konventionell richtigen Massstäben, sollte zukunftsbezogene Planung besser so, wie es kanadische Seher tun, aus Karibuknochen gelesen werden! Oder anders ausgedrückt: Statt nach konventionell richtigen Massstäben sollte zukunftsbezogene Planung besser durch veränderliche, suchende und erforschende Prozesse ersetzt werden.

Ist dem so? Wir werden es selber sehen, denn bewusstes Vergessen ist erst möglich, wenn ich weiss, wie ich konditioniert bin. Um dies herauszufinden, wollen wir unsere Gedächtnisse mit provokativen, absurden, anregenden und letztendlich auch lustigen Seminar-Programm irritieren.

In diesem Sinne: Lassen wir uns gemeinsam auf dieses Experiment der organisierten Anarchie in unseren Gedächtnissen ein!

Methoden

In Experimentierfeldern der eigenen Organisation, soll während des Zeitraumes des Seminars ein «aktives Vergessen» erprobt und im Plenum reflektiert werden.

Anhand von multimedialen Beispielen aus Film, Video-Clip, Graphic Novel, Musik, World Wide Web & Kunst, werden Muster der eigenen Wahrnehmungen provoziert, um daraus das Reflektieren über eigene Verständnisse von «Organisation» anzustossen. Erst wer sich seiner Denkgewohnheiten bewusst wird, kann damit anfangen, diese zu reflektieren, zu hinterfragen und zu demontieren, um diese dann ggfs. zu vergessen versuchen.

Wir erkunden ausgewählte Texte zum Thema und probieren, daraus praxisnahes methodisches Handeln abzuleiten.

Vergessen bringt Vorteile: Die Lektionen der „Fruchtfliege“ und andere Ansätze aus der Forschung, werden auf die eigene Organisation angewandt. Anhand der Methoden das eigene Unternehmen multidimensional darzustellen, wird anschliessend spielerisch-modellhaft angeguckt, auch welche Rahmenstruktur(en) aktiv vergessen werden könnte(n).

Schliesslich wollen wir durch Übungen und paradoxe Intervention z.B. auch unter Anleitung eines Senseis neue Verhaltensmuster provozieren, um sich so agil und dynamisch zu bewegen.

Kreieren einer „Labor-Situation“ in der eigene Themen bearbeitet werden können.

Zielpublikum

Menschen, die im Kontext von Organisationsentwicklung Interesse am Konzept des «Vergessens» haben.

Aufbau/Programm

Das Seminar gestaltet sich anhand von Reflektionen, dem Austausch mit den Dozierenden sowie Praxisübungen unter den Teilnehmenden. Es werden Wege für eine lustvolle und sinnstiftende Nutzung entwickelt und aufgezeigt. Inspiriert durch Modelle und Konzepte der Selbstorganisation, spielen wir mit neuen Ideen zum Thema „bewusstes Vergessen“ für den eigenen Umgang mit agilen Methoden.

Kurze theoretische Inputs wechseln sich ab mit praktischen Übungen.

Fragesellungen sind dabei insbesondere:

• Gibt es eine Theorie des Vergessens?
• Wie kann altes vergessen werden, damit neues entsteht?
• Wie werde ich alte Gewohnheiten los?
• Gibt es ein digitales Vergessen? (Exkurs)
• Wie kann ich das Vergessen im organisationalen Kontext nutzen?

Kosten

Pay-What-Feels-Right
Mindestbetrag: CHF 190
Empfohlener Preis: CHF 350 für Privatpersonen, CHF 550 für Teilnehmende aus Unternehmen

Anmeldung

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    Patrick Bühler

    Kreativ-Coach bei MobileBasel und Mitorganisator des Filmfestivals Clair-Obscur

    https://www.mobilebasel.ch
    https://www.clair-obscur.ch

    Prof. Dr. Christoph Minnig

    Hochschule für Wirtschaft, Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW

    Leiter des Institutes Nonprofit- und Public Management. Dozent für Organizational Behavior mit Schwerpunkt Organisationstheorie, Changemanagement und Kooperation.

    https://www.fhnw.ch/de/die-fhnw/hochschulen/hsw/nppm

    Prof. Dr. Peter Zängl

    Hochschule für Soziale Arbeit, Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW

    Schwerpunkte: Arbeits- und Organisationssoziologie, Sozialmanagement, Social-Impact-Modell, Zivilgesellschaft, Entscheidungen in Organisationen.

    https://www.fhnw.ch/de/die-fhnw/hochschulen/soziale-arbeit/institute/institut-beratung-coaching-und-sozialmanagement

    Patrick Bühler (Alle Beiträge sehen)

    Kreativ-Coach bei MobileBasel und Mitorganisator des Filmfestivals Clair-Obscur

    https://www.mobilebasel.ch
    https://www.clair-obscur.ch

    Prof. Dr. Christoph Minnig (Alle Beiträge sehen)

    Hochschule für Wirtschaft, Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW

    Leiter des Institutes Nonprofit- und Public Management. Dozent für Organizational Behavior mit Schwerpunkt Organisationstheorie, Changemanagement und Kooperation.

    https://www.fhnw.ch/de/die-fhnw/hochschulen/hsw/nppm

    Prof. Dr. Peter Zängl (Alle Beiträge sehen)

    Hochschule für Soziale Arbeit, Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW

    Schwerpunkte: Arbeits- und Organisationssoziologie, Sozialmanagement, Social-Impact-Modell, Zivilgesellschaft, Entscheidungen in Organisationen.

    https://www.fhnw.ch/de/die-fhnw/hochschulen/soziale-arbeit/institute/institut-beratung-coaching-und-sozialmanagement

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