Warum brauchen selbstorganisierte Unternehmen eine Theorie?

Resonanz, Spielraum und Selbstorganisation

Zur theoretischen Fundierung selbstorganisierter Unternehmen nach Hartmut Rosa, Peter Zängl, Netzwerk Selbstorganisation  ·  2026 (Für diejenigen, die Spass an etwas Theorie haben)

 

 

Selbstorganisation, Holakratie, Soziokratie, agile Teams, Teal Organizations – die Begriffe haben die Managementliteratur und zunehmend auch die Praxis von Unternehmen, Sozialorganisationen und Behörden durchdrungen. Und doch hat man das Gefühl, dass viele dieser Debatten ohne theoretischen Boden stattfinden, nämlich als best-practice-Austausch, als Erfahrungsberichte oder als Bekenntnisliteratur.

Ich versuche in diesem Artikel etwas anderes. Ich frage, warum eigentlich selbstorganisierte Unternehmen besser sein sollten. Und zwar nicht effizienter oder agiler, sondern besser im Sinne dessen, was Menschen in Organisationen erleben und leisten können. Eine überzeugende Antwort auf diese Frage finde ich dabei insbesondere in den Arbeiten des Soziologen Hartmut Rosa, die ich mit klassischen Konzepten der Organisationstheorie verbinde.

Meine These ganz im Sinne Hartmut Rosas lautet: Selbstorganisierte Unternehmen sind keine Managementmode, deren Entwicklung schlau und lustig zugleich von Alfred Kieser (1996) beschrieben wird. Sie sind eine strukturelle Antwort auf eine strukturelle Pathologie der Moderne, nämlich das systematische Verschwinden menschlicher Handlungsfähigkeit in Organisationen, die Spielräume durch Regeln, Algorithmen und Vollzugslogiken ersetzen.

1. Hartmut Rosas Diagnose: Resonanz und der verlorene Spielraum

Was Resonanz bedeutet – und was sie von Motivation unterscheidet

Hartmut Rosa hat in seinem Hauptwerk „Resonanz“ (2016) ein Konzept entwickelt, das auf den ersten Blick einfach klingt und auf den zweiten alles verändert. Resonanz beschreibt eine qualitative Beziehungsform zwischen einem Menschen und der Welt. Damit wird ein Zustand beschrieben, in dem die Welt einen berührt und man selbst auf sie einwirken kann. Dazu gehört die Möglichkeit des sich Veränderns durch das, womit man in Kontakt tritt und in dem diese Begegnung nicht erzwungen wird, sondern im Modus des Angerufen-Werdens entsteht. Rosas Theorie der Resonanz ist jedoch nicht als ein Motivationskonzept zu verstehen, in dem es zum Beispiel im Arbeitskontext darum geht, dass Menschen „gerne zur Arbeit kommen“ oder sich mit ihrem Unternehmen identifizieren. Es geht um die viel fundamentalere Frage, ob Menschen in ihrer Arbeit wirklich handeln können. Können sie urteilen, entscheiden, Situationen einschätzen oder gar Dinge verändern? Arbeit ist bei Rosa eine der zentralen Resonanzachsen des menschlichen Lebens, wenn strukturelle Bedingungen es erlauben, dass aus Arbeit wirkliches Handeln wird.

Das Verschwinden des Spielraums

In „Situation und Konstellation. Vom Verschwinden des Spielraums“ (2026) schärft Rosa seine Diagnose. Seine Kernthese lautet, dass moderne Gesellschaften zunehmend situatives Handeln durch konstellationsbasiertes Vollziehen ersetzen. An die Stelle des urteilenden, situationssensiblen Akteurs tritt jemand, der Protokolle abarbeitet, Algorithmen befolgt und Checkboxen abhakt. Rosa illustriert das an Berufsfeldern, die jedem vertraut sind. Die Ärztin, die Bildschirmmasken ausfüllt, statt Patienten zu behandeln. Der Schiedsrichter, der auf die Millimeterentscheidung des Videoassistenten wartet. In jedem dieser Fälle gilt, dass Fachlichkeit, also das Wissen, das aus situativer Erfahrung erwächst, durch eine vorgelagerte Konstellationslogik entwertet wird. Das ist vor allem ein Organisationsphänomen. Es sind Organisationen, ihre Hierarchien, Regelwerke und Softwaresysteme, die diesen Spielraumverlust produzieren, bevor er gesellschaftlich wirksam wird.

2. Was die Organisationstheorie dazu sagt

Burns & Stalker: Die Frage ist nicht neu

Tom Burns und G.M. Stalker haben bereits 1961 empirisch gezeigt, dass es keine universell überlegene Organisationsform gibt. Sie unterschieden mechanistische Systeme (klare Hierarchien, formalisierte Wege, zentralisiertes Wissen) von organischen Systemen (dezentrale Netzwerke, geteilte Verantwortung, laterale Kommunikation). Unter dynamischen, ungewissen Bedingungen sind organische Strukturen überlegen. Nicht weil sie angenehmer wären, sondern weil sie die Verarbeitungskapazität für Komplexität dorthin verlagern, wo das relevante Wissen vorhanden ist. Was Burns & Stalker funktional beschreiben, hat Rosa in eine normativ-kritische Dimension übertragen. Das Mechanistische ist nicht nur ineffizient unter Dynamik. Es ist schädlich für die Menschen, die darin arbeiten.

Karl Weick: Organisationen sind Sinngebungsprozesse

Karl Weick hat mit seinen Arbeiten zum „Organizing“ (1979, 1995) gezeigt, dass eine Organisation kein stabiles Gebilde ist, sondern ein kontinuierlicher Prozess der Sinnherstellung unter Ungewissheit. Menschen handeln zuerst und konstruieren Bedeutung retrospektiv, durch die Beobachtung ihres eigenen Tuns. Dieses Sensemaking setzt Spielraum voraus. Wer nur vollzieht, kann keinen Sinn konstruieren, vielmehr ist der Sinn bereits vorgegeben. Weicks Konzept der losen Kopplung ergänzt dies. Systeme, deren Teileinheiten relativ autonom operieren, bleiben lokal urteilsfähig, ohne dass jede Entscheidung das Gesamtsystem erschüttert. Soziokratische Kreise oder holakratische Rollen mit definierten Domains sind institutionalisierte lose Kopplung. Im Sinne Rosas handelt es sich hierbei um einen strukturell realisierten Spielraum.

Neoinstitutionalismus: Legitimationsdruck und Rationalitätsmythen

Nach Meyer & Rowan (1977) und DiMaggio & Powell (1983) gestalten Organisationen ihre Strukturen nach institutionellen Erwartungen und nicht primär nach Effizienz. Sie übernehmen Strukturen, weil diese als modern und rational gelten und nicht, weil sie funktional überlegen wären. Selbstorganisierte Unternehmen stehen deshalb unter erheblichem Legitimationsdruck in institutionellen Feldern, die hierarchische Formen als Standard internalisiert haben.

Besonders aufschlussreich ist in diesem Kontext das Konzept der Rationalitätsmythen. Diese sind formale Strukturelemente, die Rationalität signalisieren, ohne sie zwingend zu produzieren. Die entscheidende Frage dabei ist, ob und wenn ja wie selbstorganisierte Unternehmen selbst neue Rationalitätsmythen ausbilden. Die Antwort ist: Ja, auf mehreren Ebenen. Im institutionellen Feld kann Selbstorganisation selbst zum Mythos werden. Unternehmen führen Holakratie ein, weil Konkurrenten es tun und nicht, weil sie eine situative Notwendigkeit erkannt haben. Auf der Ebene konkreter Methoden können Governance-Meetings und Konsent-Verfahren zu rituellen Vollzügen erstarren und– paradoxerweise neue Konstellationslogiken im Namen der Selbstorganisation.

Demgegenüber haben Rationalitätsmythen auch positive Funktionen wie zum Beispiel das Senken von Transaktionskosten. Wenn alle den geteilten Mythos „Wir entscheiden dort, wo das Wissen ist“ verinnerlicht haben, muss Entscheidungskompetenz nicht in jedem Einzelfall neu ausgehandelt werden. Sie stiften Identität und ermöglichen Orientierung. Selbstorganisierte Unternehmen sollten ihre eigenen Mythen deshalb nicht eliminieren, sondern reflexiv gestalten und unterscheiden, welche Praktiken situativ sinnvoll sind und welche nur noch rituell vollzogen werden.

Boltanski & Thévenot: Die Vielfalt des Guten

Menschen greifen in Konflikten auf geteilte Bewertungsordnungen – sogenannte Welten – zurück. Dies haben Boltanski und Thévenot in ihrer Ausarbeitung „Über die Rechtfertigung“ (1991) gezeigt. Diese Welten sind die inspirierende Welt (Berufung, Kreativität), die Marktwelt (Effizienz, Preis), die staatsbürgerliche Welt (Solidarität, Gleichheit), die industrielle Welt (Expertise, Leistung). Konflikte entstehen, wenn Akteure aus verschiedenen Welten argumentieren. Selbstorganisierte Unternehmen sind in besonderer Weise durch normative Pluralität geprägt. Wenn Hierarchien als Konfliktlösungsmechanismus wegfallen, müssen Wertkonflikte explizit ausgehandelt werden. Rosa argumentiert, wenn eine Organisation ausschliesslich aus der inspirierenden Welt operiert und alle anderen Rechtfertigungsordnungen delegitimiert, entsteht nicht mehr Resonanz, sondern eine neue Form normativer Enge. Man kann die Organisation nicht mehr aus der Perspektive der Effizienz oder der Expertise kritisieren, ohne als Verräter am kollektiven Sinn zu gelten. Das ist keine Befreiung.

Frederic Laloux: Verdienst, Grenzen und ein grundlegendes Problem

Frederic Lalouxs „Reinventing Organizations“ (2014) gebührt eine ehrliche Anerkennung. Das Buch hat das Thema Selbstorganisation wie kaum ein anderes in den breiten Diskurs gebracht. Die wachsende Zahl von Experimenten mit selbstorganisierten Strukturen in Sozialunternehmen, Kreativagenturen und Pflegeorganisationen. Diese Entwicklungen wären ohne Laloux in diesem Ausmass nicht eingetreten. Institutioneller Wandel braucht popularisierende Narrative. Laloux hat dieses Narrativ geliefert. Aber sein Ansatz hat methodische und theoretische Grenzen, die benannt werden müssen. Methodisch stützt sich Laloux auf eine Handvoll selbst ausgewählter Fallstudien. Er fokussiert ausschliesslich auf Unternehmen, die er nach dem Kriterium des Erfolgs seines Modells ausgewählt hat. Das ist ein klassischer Selection Bias. Was fehlt, ist eine systematische Auseinandersetzung mit dem Scheitern. Wie viele Unternehmen haben holakratische Strukturen eingeführt und wieder abgebaut? Unter welchen Bedingungen gelingt Selbstorganisation, unter welchen scheitert sie?

Das theoretisch gravierendste Problem ist die teleologische Grundstruktur seines Modells. Laloux unterstellt, dass Organisationen sich auf eine höhere Bewusstseinsstufe zubewegen, wenn sie sich richtig entwickeln. Er sugeriert, dass Teal nicht nur anders, sondern besser ist als Orange oder Green in einem entwicklungslogischen Sinne. Diese Annahme immunisiert das Modell gegen Kritik. Wer Teal-Strukturen in Frage stellt, hat schlicht noch keine ausreichende Bewusstseinsentwicklung erreicht. Das ist keine wissenschaftliche Argumentation, sondern eine epistemische Schliessung. Demgegenüber haben Burns & Stalker gezeigt, dass verschiedene Organisationsformen unter verschiedenen Bedingungen funktional sind. Die Behauptung universeller Überlegenheit von Teal ist empirisch nicht haltbar und sie verdeckt die eigentlich wichtige Frage, für welche Aufgaben und in welchen Kontexten selbstorganisierte Strukturen sinnvoll sind.

Was leisten selbstorganisierte Unternehmen nun tatsächlich und wo stoßen sie an strukturelle Grenzen? Die bisher entwickelten Theorien erlauben eine Antwort, die über Bekenntnisse und Erfahrungsberichte hinausgeht. Sie beschreiben konkret, welche Strukturprinzipien Spielraum ermöglichen und welche Paradoxien dabei entstehen können.

3. Was selbstorganisierte Unternehmen leisten – und wo sie scheitern können

Diese folgenden vier Merkmale begründen das Potenzial selbstorganisierter Unternehmen. Sie begründen aber nicht ihre Unfehlbarkeit. Denn dieselben Strukturprinzipien, die Spielraum und Resonanz ermöglichen, erzeugen unter bestimmten Bedingungen eigene Pathologien, drei davon verdienen besondere Aufmerksamkeit.

Vier strukturelle Stärken

Dezentralisierte Entscheidungsautorität: Entscheidungen werden dort getroffen, wo das relevante Wissen vorhanden ist. Das ist Rosas Spielraum und Weicks requisite variety in einem.

Rollenbasierte Strukturen: Rolle und Person sind getrennt. Innerhalb einer klar definierten Domain hat die Person volle Autorität. Das schafft Spielraum, ohne Orientierung aufzugeben.

Einwandbasierte Entscheidungsverfahren: Bedeutung entsteht im dialogischen Prozess, nicht durch Weisung. Das ist kollektives Sensemaking im Sinne Weicks.

Iterative Strukturentwicklung: Die Organisation macht ihre eigene Organisationsweise zum Gegenstand, nämlich eine selbstreflexive Organisation im Sinne Weicks.

Das Resonanzparadox: Drei strukturelle Spannungen

Alle drei folgenden Spannungen haben eine gemeinsame Grundstruktur: Die Lösung wird zum Problem. Was als Instrument der Befreiung eingeführt wird — Transparenz, Partizipation, Sinn — kann unter bestimmten Bedingungen genau jene Resonanzfähigkeit untergraben, die es eigentlich schützen soll.

Das Transparenzparadox

Radikale Transparenz kann in eine neue Form der Überwachung umschlagen. Rosa betont, dass Resonanz nicht unter Bedingungen totaler Sichtbarkeit entsteht, sondern im Raum des Unverfügbaren. Wer alles sichtbar macht, kann den Schutzraum zerstören, den echtes Engagement braucht. Beispiel: In einer Pflegeorganisation, die nach Buurtzorg-Vorbild arbeitet, werden alle Teamkommunikationen und Fallbesprechungen auf einer gemeinsamen digitalen Plattform dokumentiert. Was als Transparenzkultur beginnt, erzeugt mit der Zeit eine subtile Wirkung: Mitarbeitende formulieren Unsicherheiten und Fehler nicht mehr offen, weil sie dauerhaft sichtbar bleiben. Der Spielraum für echtes Sensemaking im Sinne Weicks schrumpft genau dort, wo er gebraucht würde.

Das Partizipationsparadox

Selbstorganisation erhöht den Beteiligungsgrad und die zeitliche Inanspruchnahme durch beispielsweise Governance-Meetings, Rollenklärungen und Spannungsbearbeitung. Die Gefahr ist, dass Selbstorganisation die von Rosa beschriebene Beschleunigung nicht abbaut, sondern durch mehr Kommunikationslast kompensiert. Beispiel: In einem selbstorganisierten Sozialunternehmen verbringen Mitarbeitende wöchentlich mehrere Stunden in Governance-Prozessen. Die Belastung ist dabei schwerer abzulehnen als in einer klassischen Hierarchie, weil sie als selbstgewählt gilt. Was als Befreiung vom Vollzug gedacht war, erzeugt eine neue Konstellationslogik: das akribische Abarbeiten von Spannungen, Rollen und Einwandverfahren.

Das Sinnmonopol-Paradox

Wenn eine Organisation ihren Mitgliedern einen evolutionaren Sinn anbietet und Ganzheitlichkeit einfordert, beansprucht sie die gesamte Resonanzkapazität des Subjekts. In der Sprache von Boltanski & Thévenot bedeutet dies, dass sie die anderen Rechtfertigungsordnungen delegitimiert. Das ist keine Befreiung, sondern eine subtile Vereinnahmung. Beispiel: Eine als Teal-Organisation geführte Beratung rahmt ihre Arbeit konsequent als gesellschaftliche Berufung. Wer Effizienzfragen stellt oder auf persönliche Grenzen verweist, gerät unter Rechtfertigungsdruck — nicht durch Vorgesetzte, sondern durch die geteilte Sinnkultur selbst. Die inspirierende Welt im Sinne Boltanskis hat alle anderen Rechtfertigungsordnungen verdrängt. Laloux würde darin eine hohe Bewusstseinsstufe erkennen. Rosa würde fragen, ob hier noch Resonanz entsteht oder nur noch normative Enge.

4. Was das für die Praxis bedeutet

Theorie, die sich nicht in Praxis übersetzen lässt, bleibt folgenlos. Die bisherige Analyse erlaubt es, fünf konkrete Gestaltungsprinzipien zu formulieren. Es handelt sich dabei um Haltungen, die es ermöglichen, die beschriebenen Strukturstärken zu nutzen und die Paradoxe im Blick zu behalten.

Spielraum-Audit

Prüfen Sie regelmässig, welche Entscheidungen formal dezentralisiert, aber informell re-zentralisiert werden. Welche Praktiken werden rituell vollzogen, obwohl ihr situativer Sinn längst verloren gegangen ist? Welche ihrer Narrative über die Andersartigkeit Ihrer Organisation sind noch lebendig und welche sind zur Folklore erstarrt?

Resonanzfördernde Meetingarchitektur

Nicht alle Meetings sind gleich. Check-ins, die echte Berührung ermöglichen, statt Statusberichte abzuarbeiten. Formate, die emergente Sinngebung erlauben, retrospektive Reflexionsräume, in denen Erfahrungen in Bedeutung transformiert werden, sind Praktiken, die Weicks Sensemaking strukturell unterstützen.

Konstellations-Bewusstsein

Überprüfen Sie, welche Ihrer Regelwerke aus situativen Notwendigkeiten entstanden sind und welche durch institutionellen Mimetismus übernommen wurden, weil andere Organisationen sie haben oder weil sie nach Professionalität aussehen.

Normative Pluralität aushalten

Nehmen Sie die verschiedenen Rechtfertigungsordnungen in Ihrer Organisation ernst. Konflikte zwischen Berufung und Effizienz, zwischen Gleichwertigkeit und Expertise sind keine Dysfunktionen. Wer eine dieser Welten dauerhaft dominieren lässt, verliert die organisationale Lebendigkeit, die Selbstorganisation erst ermöglicht.

Zur Skalierbarkeit

Das Buurtzorg-Modell – über 14.000 Pflegende in selbstorganisierten Teams – zeigt, dass selbstorganisierte Strukturen nicht typischerweise an Wachstum scheitern. Sie scheitern vielmehr am institutionellen Druck und schwenken bei zunehmendem Wachstum auf vermeintlich bewährtere hierarchische Modelle um.

Schluss

Rosa schreibt in „Situation und Konstellation“: Wir können nicht vernünftig miteinander umgehen, wenn wir uns akribisch an alle Regeln halten. Das ist keine Einladung zur Regellosigkeit. Es ist die Anerkennung, dass lebendige Organisationen lebendige Akteure brauchen. Menschen, die urteilen, die situativ handeln, die sich von ihrer Arbeit berühren lassen und auf sie einwirken.

Selbstorganisierte Unternehmen sind der institutionelle Versuch, diese Lebendigkeit strukturell zu schützen. Ihre theoretische Fundierung ist kein Luxus. Sie ist eine Voraussetzung dafür, dass dieser Versuch gelingt und nicht in neue Formen des Vollziehens einmündet, die nur anders aussehen als die alten.

Weiterführende Literatur

Boltanski, L. & Thévenot, L. (2007). Über die Rechtfertigung. Eine Soziologie der kritischen Urteilskraft. Hamburg: Hamburger Edition.

Burns, T. & Stalker, G. M. (1961). The Management of Innovation. London: Tavistock.

DiMaggio, P. J. & Powell, W. W. (1983). The Iron Cage Revisited. American Sociological Review, 48(2), 147–160.

Kieser, A. (1996). Moden & Mythen des Organisierens. In: Die Betriebswirtschaft Heft 56 Jg. 96 1. S. 21-39.

Laloux, F. (2014). Reinventing Organizations. Brussels: Nelson Parker.

Meyer, J. W. & Rowan, B. (1977). Institutionalized Organizations. American Journal of Sociology, 83(2), 340–363.

Rosa, H. (2016). Resonanz. Eine Soziologie der Weltbeziehung. Berlin: Suhrkamp.

Rosa, H. (2026). Situation und Konstellation. Vom Verschwinden des Spielraums. Berlin: Suhrkamp.

Weick, K. E. (1995). Sensemaking in Organizations. Thousand Oaks: SAGE.

 

Eine erweiterte Buchfassung dieses Artikels zur Selbstorganisation ist in Vorbereitung.

Peter Zängl  ·  die-gute-organisation.org  ·  Netzwerk Selbstorganisation 20

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Buchbesprechung: Wenn der Spielraum schwindet

Von Christoph Minnig, Vorstand Netzwerk Selbstorganisation und Dozent am Institut für Nonprofit- und Public Management der FHNW

Mit Situationen und Konstellationen – Vom Verschwinden des Spielraums (2026, Suhrkamp) legt Hartmut Rosa ein sehr anregendes Buch vor – besonders für Leserinnen und Leser, die sich mit Selbstorganisation und partizipativer Führung beschäftigen. Zwar steht Selbstorganisation nicht im Zentrum seiner Analyse, doch Rosa liefert eine fundierte gesellschaftspolitische Perspektive, die genau diesen Debatten neue Tiefe verleiht.

Im Kern beschreibt Rosa eine Entwicklung, die viele aus ihrem Arbeitsalltag kennen dürften: Situatives, eigenverantwortliches Handeln wird zunehmend durch Regeln, Standards und technokratische Systeme ersetzt. Seine zugespitzte Diagnose: Wir entwickeln uns „von Handelnden zu Vollziehenden“. Die Folgen sind spürbar – Kreativität, Eigeninitiative und das Gefühl von Selbstwirksamkeit geraten unter Druck.

Wie stark sich Handlungsspielräume bereits verengt haben, macht Rosa mit anschaulichen Beispielen deutlich: Ärztinnen und Ärzte verbringen immer mehr Zeit mit Dokumentation statt mit Patientinnen und Patienten. Im Fussball schränkt der Video Assistant Referee die Entscheidungsfreiheit der Schiedsrichter ein. Und in bürokratischen Systemen wird es für Hilfesuchende oft unnötig kompliziert, Unterstützung zu erhalten. Die Parallelen zur Arbeitswelt liegen auf der Hand: Wo Mitarbeitende vor allem Prozesse abarbeiten, leiden Motivation, Entscheidungsqualität und die Energie von Teams.

Gerade für Organisationen, die auf Selbstorganisation setzen, ist das eine zentrale Beobachtung. Rosa zeigt, dass Handlungsspielräume keine nette Ergänzung sind, sondern eine entscheidende Voraussetzung für Motivation, Lernfähigkeit und Engagement. Urteilskraft und Empathie entstehen dort, wo Menschen Entscheidungen treffen und deren Wirkung erleben können. Strukturen und Regeln bleiben wichtig – doch sie dürfen nicht so starr werden, dass sie die situative Kompetenz von Mitarbeitenden ersticken. Gute Zusammenarbeit entsteht dort, wo Menschen Resonanz erfahren und erleben, dass ihr Handeln etwas bewirkt.

Zum Ende hin richtet Rosa den Blick nach vorn. Er plädiert dafür, Handlungsspielräume wieder bewusst zu stärken – im Berufsleben ebenso wie im Privaten und über alle Altersgruppen hinweg. Dabei greift er auf zwei weniger bekannte Konzepte zurück: Jugaad aus Indien und Jeitinho aus Brasilien. Beide stehen für kreative, pragmatische Wege, innerhalb starrer Strukturen Lösungen zu finden. Während Jugaad improvisierte Problemlösungen unter knappen Ressourcen beschreibt, meint Jeitinho informelle, oft sozial vermittelte Strategien im Umgang mit Bürokratie. Für Rosa sind diese Beispiele ein Hinweis darauf, dass Spielräume selbst in engen Systemen entstehen können – wenn Menschen sie aktiv nutzen.

Trotz einiger philosophischer und stellenweise anekdotischer Passagen ist Rosas Buch gut lesbar und regt zum Nachdenken an. Es rückt die menschliche Dimension von Organisation und Entscheidungsfreiheit in den Mittelpunkt und lädt dazu ein, eigene Handlungsspielräume zu reflektieren und bestehende Strukturen kritisch zu hinterfragen.

Für Führungskräfte, Teams und Organisationen, die neue Formen der Zusammenarbeit erproben, lässt sich Rosas zentrale Einsicht klar zusammenfassen: Handlungsspielräume, Urteilskraft und situative Freiheit sind kein Luxus – sie sind die Grundlage für lebendige, resiliente und leistungsfähige Organisationen.

 

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From Here to There: Das Soziokratie-Implementierungs-Handbuch

Gastbeitrag von Ted Rau, Mitautor des Buches

Mit From Here to There: The Sociocracy Implementation Companion liegt endlich ein Buch vor, das sich ganz der praktischen Einführung von Soziokratie widmet — bisher allerdings nur auf Englisch.

Die Autoren Ted J. Rau und Jerry Koch-Gonzalez, vielen bereits durch Many Voices One Song bekannt, haben damit einen Folgeband veröffentlicht, der sich ganz auf die Frage konzentriert: Wie gelingt Soziokratie in der Umsetzung?

Während Many Voices One Song vor allem das Grundlagenwissen vermittelt, geht es in From Here to There um die konkrete Implementierung in Organisationen. Das Buch behandelt unter anderem:

  • Vorbereitung einer Einführung

  • die Rolle von Implementierungskreisen

  • hilfreiche Dokumente und Vereinbarungen

  • Besonderheiten von Kreisstrukturen

  • Soziokratie in Netzwerken, Projekten sowie nationalen und regionalen Chapters

  • Trainingsbedarf

  • schrittweises Vorgehen in der Praxis

Besonders wertvoll ist, dass das Buch nicht bei abstrakten Empfehlungen stehen bleibt. Es arbeitet mit Fallstudien, Beispielen, typischen Fallstricken und zeigt Standard-Kreisstrukturen aus verschiedenen Branchen. Dadurch wird greifbar, wie unterschiedlich Einführungspfade aussehen können — und worauf es in der Praxis wirklich ankommt.

Was dieses Handbuch besonders macht: Es ist ehrlich, anschaulich und konkret. Die Autoren beschreiben nicht nur gelungene Prozesse, sondern sprechen auch offen darüber, wie Implementierung scheitern kann. Genau das macht das Buch so nützlich. Es vermittelt kein idealisiertes Bild, sondern unterstützt Organisationen dabei, einen realistischen und machbaren Weg zu finden.

Das Ziel des Buches ist klar: Die Einführung von Soziokratie soll verständlich, nachvollziehbar und umsetzbar werden — mit externer Begleitung oder auch ohne Beratung an der Seite.

Bestellung und Verfügbarkeit

Das Buch ist als E-Book und Taschenbuch erhältlich. Es kann auch aus Deutschland verschickt werden, da Mitautor Ted sich dort aufhält.

Bestellt werden kann es über Sociocracy For All oder über Amazon.
Weitere Informationen gibt es gern auch auf Deutsch unter: ted@sociocracyforall.org

Auch auf Deutsch erhältlich: Many Voices One Song

Wer zunächst oder ergänzend ein Grundlagenwerk auf Deutsch lesen möchte:
Das Soziokratie-Handbuch Many Voices One Song ist bereits auf Deutsch verfügbar — ebenso auf Spanisch, Portugiesisch, Türkisch, Französisch und Italienisch.

From Here to There ist damit eine starke Ergänzung für alle, die Soziokratie nicht nur verstehen, sondern konkret einführen und weiterentwickeln wollen.

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Die Kunst der Selbstorganisation – Menschen können anders

Spitex Stadt Luzern und Tamara Renner im Podcast-Dialog zur Selbstorganisation

Sind Hierarchien tatsächlich die einzige stabile und wirksame Organisationsform? Brauchen Menschen in der Arbeitswelt zwingend eine Führungsperson? Oder halten wir an Vorstellungen fest, die zwar vertraut sind, aber künftige Entwicklung eher bremsen als ermöglichen?

Mit solchen Fragen setzt sich der Podcast auseinander, den unser Mitglied Spitex Stadt Luzern mitproduziert. Mit dabei ist auch Tamara Renner, Co-Geschäftsleiterin der Organisation. Der Podcast widmet sich der Frage, wie Selbstorganisation in der Praxis gelingen kann — nicht als Schlagwort, sondern als konkrete Form der Zusammenarbeit im organisationalen Alltag.

Gerade deshalb lohnt sich ein genaueres Hinhören. Denn Selbstorganisation ist schnell gefordert, aber weit weniger schnell verstanden. Was braucht es, damit Menschen Verantwortung übernehmen können? Welche Rolle spielen Vertrauen, Klarheit und psychologische Sicherheit? Und wie verändert sich Führung, wenn nicht mehr alles über formale Hierarchien gesteuert wird?

Die bisherigen Episoden zeigen: Selbstorganisation ist kein Modell, das sich einfach einführt. Sie ist ein Entwicklungsweg. In der Folge zum Transformationsprozess wird deutlich, dass Veränderung Zeit braucht — und dass Entwicklung dort beginnt, wo Menschen lernen, sich selbst zu führen. Die Episode zur Organisationsentwicklung macht sichtbar, dass es dafür kein fertiges Rezept gibt. Organisationen entwickeln sich lebendig, schrittweise und oft auch über Irritationen, die nicht als Störung, sondern als Lernchance verstanden werden.

Besonders greifbar wird das Thema in der Folge zur Verantwortung. Selbstorganisation bedeutet nicht Beliebigkeit, sondern im Gegenteil: ein hohes Mass an Klarheit. Verantwortung muss sichtbar, benennbar und verbindlich übernommen werden. Wo Zuständigkeiten diffus bleiben, entsteht nicht Freiheit, sondern Unsicherheit. Wo Verantwortung bewusst getragen wird, entsteht Handlungsspielraum.

Dass Selbstorganisation immer auch mit persönlicher Entwicklung zu tun hat, zeigt die Episode zur Persönlichkeitsentfaltung. Vertrauen, Feedback und psychologische Sicherheit sind keine weichen Zusatzthemen, sondern zentrale Voraussetzungen dafür, dass Menschen überhaupt in ihre Wirksamkeit kommen können. Wer Selbstorganisation ernst meint, muss daher immer auch an der Kultur arbeiten.

Gerade bei einer Organisation wie Spitex Stadt Luzern ist dieser Blick besonders spannend. In einem Umfeld, das von direktem Menschenkontakt, hoher Verantwortung und komplexen Situationen geprägt ist, stellt sich die Frage nach wirksamer Zusammenarbeit besonders konkret. Entscheidungen müssen oft nahe an der Praxis getroffen werden. Gleichzeitig braucht es Verbindlichkeit, Qualität und Orientierung. Genau in diesem Spannungsfeld wird sichtbar, dass Selbstorganisation kein Gegensatz zu Professionalität ist — sondern ein möglicher Weg, Professionalität anders zu organisieren.

Der Podcast bietet damit nicht nur Einblicke in die Entwicklung einer konkreten Organisation. Er liefert auch Denkanstösse für andere Unternehmen und Institutionen, die Führung, Zusammenarbeit und Verantwortung neu denken möchten. Wer sich mit Selbstorganisation beschäftigt, findet hier keine Patentrezepte — aber ehrliche Reflexionen, praktische Erfahrungen und kluge Fragen.

Und vielleicht ist genau das der entscheidende Punkt: Nicht die schnelle Antwort macht diesen Podcast interessant, sondern die Offenheit, bekannte Annahmen zu hinterfragen. Menschen können anders. Organisationen vielleicht auch.

Wer neugierig ist, wie Selbstorganisation in der Praxis gedacht, erprobt und weiterentwickelt wird, sollte in den Podcast von Spitex Stadt Luzern hineinhören. Es lohnt sich, unter anderem zu hören auf:

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Werde Gastgeber:in für unseren „Walk-In“ 2026!

 

Wie angekündigt, bringen wir das Netzwerk 2026 direkt in die Praxis. Für unser Format „Walk-In“ suchen wir Organisationen, die ihre Türen öffnen und Lust auf echten Erfahrungsaustausch haben.

Das Konzept:

Du begrüsst bis zu 15 Personen in deiner Organisation, gibst einen Einblick in eure selbstorganisierte Arbeitsweise und profitierst im Gegenzug von den frischen Perspektiven und der Expertise der Teilnehmenden (Intervision).

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Du berichtest über eure Erfahrungen, bestimmst den Termin, stellst einen passenden Ort für den Austausch zur Verfügung und öffnest den Raum für Fragen und kollegiale Beratung.

Unser Support:

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Schreib uns einfach eine kurze Mail, und wir planen gemeinsam die Details!

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Gastbeitrag: Wie Verantwortung entsteht – und warum sie in Organisationen oft missverstanden wird

Quelle und Originalartikel: Ralf Metz & Andreas Messerli, „Wie Verantwortung entsteht und warum wir sie oft falsch sehen“, veröffentlicht auf me&me

Verantwortung ist eines der meistgenutzten Wörter in Organisationen – und zugleich eines der unklarsten. Viele fordern Verantwortungsübernahme ein, ohne genau zu benennen, was damit eigentlich gemeint ist. In der Praxis führt das oft zu widersprüchlichen Erwartungen: Mitarbeitende sollen selbstständig handeln, aber nur solange ihre Entscheidungen den unausgesprochenen Vorstellungen der Führung entsprechen. Passt das Ergebnis nicht, wird Verantwortung schnell wieder nach oben gezogen. So bleibt Verantwortung ein Schlagwort, statt zu einem gelebten Prinzip zu werden.

Der Artikel macht deutlich, dass Verantwortung nicht einfach durch einen Auftrag oder eine Rollenbeschreibung entsteht. Sie ist kein isolierter Akt und auch keine Eigenschaft, die man Menschen einfach zuschreiben kann. Verantwortung entsteht vielmehr im Zusammenspiel mehrerer Bedingungen. Erst wenn diese Bedingungen zusammenkommen, kann ein Mensch ein Thema wirklich zu seinem eigenen machen.

Im Kern beschreibt der Text Verantwortung als die innere und praktische Übernahme eines Themas – sei es eine Aufgabe, ein Ziel oder ein Zuständigkeitsbereich. Menschen übernehmen nicht deshalb Verantwortung, weil sie theoretisch zuständig sind, sondern weil sie ein Thema tatsächlich annehmen und dafür wirksam handeln können. Genau dafür braucht es drei Dimensionen: Dürfen, Wollen und Können.

1. Verantwortung braucht Klarheit – das Dürfen

Verantwortung entsteht nicht im luftleeren Raum. Wer Verantwortung übernehmen soll, braucht einen klaren Rahmen. Dazu gehört, dass transparent ist, was entschieden werden darf, wo Grenzen liegen, welche Kompetenzen vorhanden sind und welche Erwartungen mit einer Aufgabe verbunden sind.

Diese Klarheit ist eine Führungsaufgabe. Führung muss Orientierung schaffen, statt nur Erwartungen auszusprechen. Wenn unklar bleibt, was wirklich entschieden werden darf, entsteht keine echte Verantwortung, sondern Unsicherheit. Menschen ziehen sich dann entweder zurück oder handeln in einem Graubereich, in dem sie jederzeit korrigiert werden können.

Der Artikel zeigt damit einen wichtigen Punkt: Verantwortung scheitert nicht nur an mangelnder Motivation, sondern oft schon an fehlender Struktur. Selbst engagierte Menschen geraten an Grenzen, wenn sie zwar handeln sollen, aber kein klares Mandat haben. Ohne ein verlässliches „Dürfen“ wird jedes noch so starke „Wollen“ irgendwann ausgebremst.

2. Verantwortung braucht Entscheidung – das Wollen

Verantwortung ist mehr als das Erfüllen einer Pflicht. Man kann Aufgaben korrekt erledigen und dennoch keine wirkliche Verantwortung übernehmen. Dann wird nur abgearbeitet, was von außen erwartet wird. Das mag für standardisierte Routinen ausreichen, aber es reicht nicht dort, wo Mitdenken, Entwicklung und Initiative gefragt sind.

Echte Verantwortung beginnt laut Artikel dort, wo ein Mensch innerlich sagt: „Das ist auch mein Thema.“ Verantwortung ist damit eine persönliche Entscheidung. Sie entsteht in dem Moment, in dem jemand nicht nur formal zuständig ist, sondern sich mit einer Aufgabe verbindet und bereit ist, sie mitzutragen.

Gerade in einer Arbeitswelt, in der Routineaufgaben zunehmend digitalisiert oder automatisiert werden, gewinnt diese Dimension an Bedeutung. Wertschöpfung entsteht immer häufiger dort, wo Menschen mitdenken, Qualität weiterentwickeln, Kundenbedürfnisse ernst nehmen und gemeinsam Lösungen gestalten. All das setzt ein inneres Wollen voraus. Verantwortung lässt sich also nicht einfach verordnen – sie muss auch subjektiv angenommen werden.

3. Verantwortung braucht Handlungskompetenz – das Können

Selbst wenn der Rahmen klar ist und jemand Verantwortung übernehmen möchte, fehlt oft noch etwas Entscheidendes: die Fähigkeit, Verantwortung im Alltag tatsächlich umzusetzen.

Der Artikel kritisiert damit ein verkürztes Verständnis von Empowerment. „Macht einfach mal“ ist eben keine befähigende Führung. Verantwortung braucht konkrete Kompetenzen und Praktiken. Menschen müssen lernen, wie sie tragfähige Vereinbarungen treffen, Erwartungen klären, Entscheidungen vorbereiten, mit Konflikten umgehen und in schwierigen Situationen handlungsfähig bleiben.

Besonders wichtig ist dieser Punkt, weil Verantwortung sich nicht in einfachen Phasen bewährt, sondern gerade dann, wenn es kompliziert wird: bei Fehlern, Spannungen, Rückschlägen oder Unsicherheit. Dann zeigt sich, ob Verantwortung nur formal behauptet wurde oder tatsächlich gelebt wird.

Dafür braucht es Werkzeuge, gemeinsame Formate und alltagstaugliche Praktiken. Genannt werden etwa Feedbackformate, die Klärung von Spannungen und Konflikten oder Vorgehensweisen, mit denen Teams wahrgenommene Probleme in bessere Entscheidungen übersetzen können. Verantwortung ist also nicht nur eine Haltung, sondern auch eine Fähigkeit, die entwickelt werden kann.

Verantwortung entsteht nur im Zusammenspiel

Die zentrale Aussage des Artikels liegt im Zusammenspiel dieser drei Dimensionen. Verantwortung entsteht nicht durch klare Zuständigkeit allein. Sie entsteht auch nicht allein durch Motivation oder durch gute Methoden. Erst wenn Dürfen, Wollen und Können zusammenkommen, kann echte Verantwortungsübernahme entstehen.

Fehlt eine dieser Dimensionen, bleibt Verantwortung lückenhaft:

  • Ohne Dürfen fehlt der legitime Rahmen.

  • Ohne Wollen bleibt nur Pflichterfüllung.

  • Ohne Können scheitert Verantwortung an der Umsetzung.

Damit erklärt der Artikel auch, warum in vielen Organisationen so wenig echte Verantwortung übernommen wird. Nicht, weil Menschen grundsätzlich nicht wollen, sondern weil Organisationen häufig vor allem auf Pflichterfüllung ausgerichtet sind. Viele haben gelernt, Erwartungen zu erfüllen, aber nicht, Themen wirklich zu ihren eigenen zu machen. Der Weg in echte Verantwortung ist deshalb anspruchsvoll: Er führt über Klarheit, innere Entscheidung, Lernen und auch über die Bereitschaft, Unsicherheit auszuhalten.

Fazit

Der Artikel lädt dazu ein, Verantwortung differenzierter zu verstehen. Verantwortung ist weder bloß eine individuelle Tugend noch einfach das Ergebnis guter Absicht. Sie entsteht dort, wo Organisationen klare Entscheidungsräume schaffen, Menschen Themen innerlich annehmen und zugleich die nötigen Fähigkeiten entwickeln, um in der Praxis wirksam zu handeln.

Damit wird Verantwortung zu etwas, das sowohl persönliche Reife als auch geeignete organisationale Bedingungen braucht. Wer Verantwortungsübernahme stärken will, muss deshalb nicht nur an Haltungen arbeiten, sondern ebenso an Rollenklärung, Entscheidungsstrukturen und konkreten Arbeitspraktiken.

Mehr dazu:
Wer tiefer erkunden möchte, wie Verantwortung entsteht, wächst und getragen werden kann, findet beim Originalartikel von me&me weitere Informationen. Über diesen Weg kann auch ein Test-Zugang zu Masterclass und Eigenverantwortung stärken angefragt werden – zum Beobachten, Nachdenken und Einsteigen.

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„Organisiert euch einfach!“ – Claudia Schröder und Bernd Oestereich über den Weg zur kollegialen Führung

Ein Rückblick auf die Buchpräsentation im Sphères: Warum Selbstorganisation kein Sprint ist, sondern ein fundiertes Handwerk.

Wenn Claudia Schröder und Bernd Oestereich ein neues Sachbuch vorstellen, ist das Interesse in der New-Work-Community gross. Aufbauend auf ohre bisherigen Publikationen luden die beiden kürzlich ins Zürcher „Sphères“ ein, um ihr neuestes Werk vorzustellen: „Organisiert euch einfach“. Wer die beiden live erlebt, merkt sofort: Hier schreiben Menschen, die Sachbücher lieben – und die wissen, wovon sie sprechen. Das Referat war, genau wie das aktuelle Buch, geprägt von Tiefe, Klarheit und einer wohltuenden Prise Realismus.

Im Zentrum ihres Ansatzes steht die kollegiale Führung. Claudia Schröder und Bernd Oestereich richten sich mit diesem Buch direkt an Organisationen, die bereit sind, Verantwortung auf viele Schultern zu verteilen. Dabei räumen sie mit einem gängigen Mythos auf: Selbstorganisation passiert nicht über Nacht. „Transformation ist ein Prozess, der häufig über Jahre hinweg begangen wird.“ – Dieser Satz hallte im Sphères nach und unterstreicht die Ernsthaftigkeit, mit der die Autoren das Thema angehen.

Ein Fundus für die Praxis

„Organisiert euch einfach“ ist ein Fundus für die Praxis, also weniger ein theoretisches Manifest als vielmehr ein echtes Nachschlagewerk. Es bietet:

Schritt-für-Schritt-Anleitungen: Praxisnahe Wege, wie die Umstellung auf kollegiale Führung gelingen kann.

Ein riesiger Interventions-Fundus: Konkrete Werkzeuge für alle, die bereits mitten in der Umsetzung stecken oder erste Ansätze wagen wollen.

Strukturierte Hilfe: Ideal für jene, die in komplexen Situationen nach Orientierung suchen.

Der Abend im Sphères hat gezeigt, dass Selbstorganisation handhabbar wird, wenn man die richtigen Werkzeuge besitzt. Das Buch ist ein wahrer Fundus für alle, die Organisationen nicht nur verwalten, sondern zukunftsfähig gestalten wollen.

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Eindrücke von der Tagung: Selbstorganisation im Realitätscheck: Erfahrungsaustausch und Zukunftsbilder

Unsere Tagung war ein inspirierender und lebendiger Anlass – mit vielen engagierten Teilnehmenden, spannenden Diskussionen, offenem Austausch und wertvollen Einblicken in die Praxis.

Ein grosses Dankeschön an alle, die sich eingebracht, mitgedacht, gelernt, geteilt und weiterentwickelt haben. Danke auch an die Workshop-Leiterinnen und -Leiter für ihr Engagement und an Hans A. Wüthrich für das gelungene Einstiegsreferat.

Workshops und Leitungen

Wir freuen uns, weiterhin in Kontakt zu bleiben, uns bald wieder zu vernetzen und gemeinsam Neues zu entwickeln – genau das, was uns als Verein antreibt und zu solchen ehrenamtlichen Veranstaltungen motiviert.

Bilder sagen mehr als Worte – hier einige Impressionen:

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Mitarbeitendenbeteiligungsgesellschaft und Selbstorganisation

Bei uns ist das Thema der Mitarbeiterbeteiligungsgesellschaften aufgetaucht und dabei brauchen wir deine Unterstützung.

Wir haben uns folgende Fragen gestellt:

  • Wie können Mitarbeitende an Unternehmen beteiligt werden, wenn es sich nicht um eine Aktiengesellschaft oder GmbH handelt, sondern beispielsweise um eine Stiftung?
  • Gibt es rechtliche Möglichkeiten und Strukturen, um Mitarbeitenden eine Beteiligung am Unternehmen zu ermöglichen und damit eine rechtliche Basis für Selbstorganisation zu schaffen?

Eine Mitarbeiterbeteiligungsgesellschaft könnte ein passender Weg sein, um eine Win-Win-Situation zu schaffen: Die Mitarbeitenden werden zu Miteigentümern und das Unternehmen profitiert von ihrem stärkeren Engagement und einer stabileren Kapitalbasis.

Wenn du Erfahrung mit diesem Thema hast oder Ideen, wie man dies angehen kann, dann schreibe doch unten einen Kommentar. Auch wie du allenfalls in andern rechtlichen Formen  die rechtliche Mitarbeitendenbeteiligung erlebt hast.

Wir freuen uns auf deine Rückmeldung und eine spannende Diskussion.

Urs Kägi

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Tagung 30.10.2025: Jetzt bei den Workshops einschreiben!

Wie angekündigt haben wir nun die Workshops für die Netzwerk-Tagung am 30. Oktober 2025 in der Bananenreiferei in Zürich aufgeschaltet.

Die Tagung bietet dir eine einzigartige Gelegenheit, dich über Erfahrungen nach der Implementierung von Selbstorganisation auszutauschen und von anderen zu lernen. Wir freuen uns sehr, dass bereits 15 Organisationen aus verschiedenen Sektoren ihre Erfahrungen teilen werden. Wähle bei der Anmeldung deine vier Favoriten – keine leichte Entscheidung, wir wissen!


Die Keynote der Tagung von Hans A. Wüthrich, emeritierter Professor für Internationales Management und Fachbuchautor («Vertrauen ins Unvertraute – ein Indikator organisationaler Reife»), greift bereits die Frage nach dem „wie weiter?“ nach der Einführung von Selbstorganisation auf und plädiert für eine spezielle Qualität von Mut und offeriert kontraintuitive Denkangebote zum Thema der Selbstorganisation. Zusätzlich stellen wir dir vorab exklusive Video-Clips mit erfahrenen Berater:innen und Forschenden zur Verfügung, die ebenfalls die Frage nach dem „Wie weiter?“ beleuchten.

Wichtig: Die Zuteilung der Workshop-Plätze erfolgt nach dem Prinzip „first come, first serve“, basierend auf deinem Anmeldezeitpunkt. Melde dich also am besten gleich an!

Dein Weg zur Tagung
Workshops auswählen: Hier findest du die vielfältigen Workshop-Angebote. Gib deine erste und zweite Priorität an:
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Neues zur Tagung!!!! Selbstorganisation im Realitätscheck – Erfahrungsaustausch und Zukunftsbilder 30.10.25

Die Tagung bietet eine einzigartige Gelegenheit, sich über Erfahrungen nach der Implementierung von Selbstorganisation auszutauschen und von anderen zu lernen. Statt theoretischer Grundlagen zur Einführung von Selbstorganisation setzt die Tagung auf einen praxisnahen, interaktiven Austausch über die Phase nach der Implementierung. Im Mittelpunkt stehen erfahrene Organisationen, die bereits mit selbstorganisierten Strukturen nach verschiedenen Konzepten arbeiten und ihre Erkenntnisse, Herausforderungen und Entwicklungen teilen. Die Tagung ermöglich durch die Gestaltung in den Austausch mit andern zu treten und gegenseitig zu lernen.

Bereits vor der Tagung erhältst du exklusiv Zugang zu Kurzvideos mit Statements von Expertinnen und Experten zu ihren Perspektiven zur Phase nach der Implementierung. Es geht um typische Herausforderungen in der ‚zweiten Phase‘ nach Einführung von Selbstorganisation und der Frage nach den notwendigen Fähigkeiten und Kompetenzen von Teams und Individuen, um Selbstorganisation nachhaltig und gesund zu gestalten.

Profitiere von den Erfahrungen anderer und teile deine eigenen Erkenntnisse an der Tagung zu diesen Schwerpunktthemen:

Weiterentwicklung etablierter Rollen und Prozesse: Wie passen sich Rollen und Abläufe an eine dynamische Selbstorganisation an?
Umgang mit Machtverhältnissen und Entscheidungsfindung: Wie werden Entscheidungen in selbstorganisierten Kontexten getroffen und wie geht man mit Machtdynamiken um?
Balance zwischen Freiheit und Verbindlichkeit: Wie gelingt es, Autonomie zu fördern und gleichzeitig klare Verantwortlichkeiten zu gewährleisten?
Nachhaltige Lern- und Anpassungsfähigkeit: Wie bleiben selbstorganisierte Strukturen agil und lernfähig?
Nutze diese einzigartige Gelegenheit, um von erfahrenen Praktikerinnen und Praktikern zu lernen, Herausforderungen zu diskutieren und gemeinsam neue Lösungsansätze zu entwickeln. Wir freuen uns auf einen inspirierenden Austausch!

Ablauf
09.00 Begrüssung und Opening der Tagung

09.30 Keynote Hans A. Wüthrich. emeritierter Professor für Internationales Management und Fachbuchautor: «Vertrauen ins Unvertraute – ein Indikator organisationaler Reife»

Wahre Reife zeigt sich im Mut Unvertrautes zuzulassen, ergebnisoffen zu experimentieren, sich gemeinsam empor zu irren und in der Fähigkeit, Dinge zu finden, nach denen man nicht gesucht hat. Das Impulsreferat plädiert für eine spezielle Qualität von Mut und offeriert kontraintuitive Denkangebote zum Thema der Selbstorganisation.

10.20 PAUSE

10.45 Workshops I

Die Workshops werden von Organisationen angeboten, welche Erfahrung mit Formen der Selbstorganisation haben. Sie sind interaktiv angelegt und sollen die Möglichkeit bieten, mit Praktikerinnen und Praktikern ins Gespräch zu kommen. Insbesondere interessiert dabei, was in den Organisationen geschehen ist, seit mit Selbstorganisation gearbeitet wird. Die Liste mit den Organisationen, welche bereits zugesagt haben, findet sich unten.

12.00 MITTAGESSEN

13.00 Galeriewalk: interaktiver Austausch zu den Erkenntnissen aus den Workshops

13.45 Workshops II

Die Workshops werden von Organisationen angeboten, welche Erfahrung mit Formen der Selbstorganisation haben. Sie sind interaktiv angelegt und sollen die Möglichkeit bieten, mit Praktikerinnen und Praktikern ins Gespräch zu kommen. Insbesondere interessiert dabei, was in den Organisationen geschehen ist, seit mit Selbstorganisation gearbeitet wird. Die Liste mit den Organisationen, welche bereits zugesagt haben, findet sich unten.

15.00 PAUSE

15.30 Bilanz und Dialog I

Geführter Austausch zu den Erkenntnissen aus den Workshops

16.15 Bilanz und Dialog II

Moderiertes Kreisgespräch mit geladenen Gästen

17.00 Ende, anschliessend Apéro und Ausklang der Tagung

Workshops mit über 12 Organisationen
AFCA AG Zollikofen, ECOnGOOD Bern, Feinheit Bern, Generis AG, Insieme Basel, Nexplore Thun, Sozialinfo Bern, Spitex Olten, Töpferhaus Aarau, Waldner und Partner Zürich, Weleda AG sowie weitere bereits angefragte Organisationen

Ab Anfang Juli wird die Einschreibung für die Workshops eröffnet, wir werden dich nach deiner Anmeldung über die Einschreibung informieren. Du erhälst dann auch detaillierte Informationen zu den Organisationen.

Hier kannst du dich für die Tagung anmelden:

Anmeldung

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Tagung: Selbstorganisation im Realitätscheck – Erfahrungsaustausch und Zukunftsbilder am 30.10.2025

Die Anmeldung für die Netzwerk-Tagung

Selbstorganisation im Realitätscheck: Erfahrungsaustausch und Zukunftsbilder

am 30. Oktober 2025 in der Bananenreiferei in Zürich ist nun online!

Die Tagung bietet dir eine einzigartige Gelegenheit, dich über Erfahrungen nach der Implementierung von Selbstorganisation auszutauschen und von anderen zu lernen. Im Mittelpunkt stehen erfahrene Organisationen, die bereits mit selbstorganisierten Strukturen nach verschiedenen Konzepten arbeiten und ihre Erkenntnisse, Herausforderungen und Entwicklungen teilen. Die Tagung ermöglich durch die Gestaltung in den Austausch mit andern zu treten und gegenseitig zu lernen.

Die Keynote von Hans A. Wüthrich. emeritierter Professor für Internationales Management und Fachbuchautor («Vertrauen ins Unvertraute – ein Indikator organisationaler Reife») greift bereits die Frage nach dem „wie weiter?“ nach der Einführung von Selbstorganisation auf und plädiert für eine spezielle Qualität von Mut und offeriert kontraintuitive Denkangebote zum Thema der Selbstorganisation.

Wir stellen dann den Austausch mit Praxiserfahrungen an der Tagung in den Vordergrund, lassen dir jedoch bereits vor der Tagung exklusiv Kurzvideos mit Statements von Expertinnen und Experten zu ihren Perspektiven zur Phase nach der Implementierung zukommen.

Hier kannst du dich für die Tagung anmelden:

Anmeldung

Die Einschreibung zu den Workshops der über 14 beteiligten Organisationen erfolgt dann Anfang Juli.

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[Artikel] Selbstorganisation lernen. Eine Untersuchung im gruppendynamischen Laboratorium

Kristina Hermann hat uns einen sehr lesenswerten Artikel zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt, den sie zusammen mit Arjan Kozica geschrieben hat.

In ihrem Beitrag in der Zeitschrift „Gruppe.Interaktion.Organisation“ (GIO) untersuchen sie, inwiefern gruppendynamische Trainings eine Möglichkeit sind, um relevante Kompetenzen und Fähigkeiten für selbstorganisierte Teams zu erwerben. Dazu wird durch einen aktionsforscherischen Zugang ein spezifisches Selbststorganisations-Lab untersucht und mit Blick auf die Lernfelder analysiert, die dieses für das arbeitsorganisatorische Konzept der Selbstorganisation bereithält. Der Beitrag verdeutlicht anhand vier spezifischer Lernfelder (zeitliche Dimension, das Changieren zwischen Stabilität und Dynamik, der Umgang mit Statusunterschieden in der Gruppe und Auseinandersetzung mit Autorität), dass gruppendynamische Trainings eine sinnvolle Ergänzung zu „toolorientierten“ Weiterbildungsangeboten sein können.

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Warum Transformationen scheitern – und wie wir es besser machen können

Transformationen hin zu mehr Selbstorganisation sind kein Selbstläufer. Ähnlich wie IT-Projekte scheitern sie oft an fehlender Klarheit, überzogenen Erwartungen, mangelnder Fehlerkultur oder kulturellen Widerständen. In dem kürzlich erschienenen Artikel der NZZ am Sonntag (Müller, Messmer, Chladny, 2025) wurden sieben typische Fehler in IT-Projekten identifiziert, die sich direkt auf Organisationstransformationen übertragen lassen. In diesem Beitrag zeige ich entlang der Überschriften des NZZ-Artikels Parallelen zu Transformationsprozessen in Richtung einer Selbstorganisation auf und gebe spezifische und konkrete Handlungsempfehlungen, um einen entsprechenden Wandel erfolgreich zu gestalten.

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[Artikel] Zwischen Kälte und Klarheit – Nietzsche und die Selbstorganisation

Könnte es sein, dass Nietzsches radikales Denken und die Prinzipien der Selbstorganisation mehr gemeinsam haben, als man auf den ersten Blick vermutet? Besonders, wenn es um Hierarchie und Macht geht, um das Neue und das Alte, um Menschen, die sich selbst bestimmen oder sich fremdbestimmen lassen. Peter glaubt, ja – und dieser Text ist sein spielerischer Selbstversuch, darüber mehr zu erfahren. Doch nicht als theoretische Beweisführung oder gar dogmatisches Manifest, sondern als eine Art soziologisch-philosophisches Gedankenexperiment, das Zusammenhänge aufzeigt, die vielleicht erst beim zweiten Blick Sinn ergeben und die zum Weiterdenken einladen. Widerspruch willkommen!

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[Video] [Mehrblick]: Scrum in Organisationen der Sozialen Arbeit

 

Online Mehrblick Werkstatt vom 29.01.2025 mit Mike Burkhalter & Peter Zängl

Im Mitschnitt unseres Workshops betrachten wir – Mike Burkhalter und Peter Zängl – Agilität als ganzheitliches Konzept zur Bearbeitung sozialer Probleme. Wir wagen den Versuch, das aus dem IT-Bereich stammende Framework Scrum für die Entwicklung von komplexen Produkten und Dienstleistungen auf die Belange der Sozialen Arbeit zu übertragen. Im Workshop stellen wir uns die Fragen, inwieweit Scrum auf Organisationen der Sozialen Arbeit übertragbar ist und welche Strukturen oder organisationalen Logiken diese Methode bedingt. Dabei gehen wir insbesondere auf unterschiedliche Rollenverteilung, Machtansprüche und Partizipationsformen ein.

Der Link zur Präsentation

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[Artikel] Tagung 2025 – Zusammenfassung der Befragungsergebnisse

Es ist höchste Zeit, dass wir uns wieder persönlich treffen. Fünf Jahre nach unserer ersten sehr erfolgreichen Tagung in Basel wollen wir gemeinsam die Chancen und Risiken der Selbstorganisation entdecken und unsere bisherigen Erfahrungen unter die Lupe nehmen. Martin Diethelm (Zentrum für Verbandsmanagement) Urs Kaegi und Peter Zängl vom Netzwerk Selbstorganisation haben daher die Köpfe zusammengesteckt und eine TagungsIdee zur Weiterentwicklung des Netwerkes aber auch allgemein zur Idee der Selbstorganisation entwickelt. Zu diesem Zweck haben wir eine Mitgliederbefragung lanciert, an der sich über 60 Personen über unseren Newsletter beteiligt haben. Ein herzliches Dankeschön an alle, die sich die Zeit genommen haben und den Fragebogen ausgefüllt haben. Eure Ideen haben uns inspiriert und zu einer spannenden neuen Entwicklung geführt. Wir haben verstanden: im 2025 braucht es eine Tagung. Weitere Informationen folgen hier und in unserem Newsletter. Eine Kurzzusammenfassung der spannenden Ergebnisse der Befragung findet ihr hier.

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[Video] Ein Gespräch zwischen Urs Kaegi und Peter Zängl über „10 Jahre Reinventing Organizations“

Im Gespräch zwischen Urs Kaegi und Peter Zängl gehen wir der Frage nach, was die Publikation von Frederic Laloux vor bald 10 Jahren bewirkt hat. Ob es diesen Ansatz überhaupt braucht, was die Gründe für eine Veränderung sein können, wie sich die untersuchten Organisationen weiterentwickelt haben, was PionierInnen mit dem Ansatz zu tun haben, über die verschiedenen Ansätze der Selbstorganisation und wie man einen Prozess in Richtung Selbstorganisation am besten startet

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[Artikel] Webseite „Selbstorganisation und New Work – Lernen vom Kulturwandel der Spitex Stadt Luzern“

Unter www.selbstorganisation-spitex.ch hat die Spitex Stadt Luzern Ende Januar 2024 eine Webseite über ihre eigene Entwicklung hin zu Selbstorganisation und New Work lanciert. Anhand von Kurzvideos, Dokumenten und weiterführenden Links können sich Interessierte über die Herangehensweise, Chancen und Herausforderungen eines solchen Kulturwandels informieren und von den Erfahrungen der Spitex Stadt Luzern profitieren. «Wir sind überzeugt, dass diese Arbeitsform besser unserem Menschenbild entspricht und uns sowohl betrieblich als auch persönlich weiterbringt», sagt Eva Müller. Sie ist bei der Spitex Stadt Luzern zuständig für Kommunikation und Marketing und hat die Entwicklung der Webseite von Anfang an begleitet.

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[Artikel] Disruption durch KI: Warum Selbstorganisation der Schlüssel für NPOs ist

Der Hype um künstliche Intelligenz (AI) hat die Welt im Sturm erobert und macht auch vor Non-Profit-Organisationen (NPOs) nicht halt. Die Faszination für die neuen Möglichkeiten, die AI bietet, steht dabei im Vordergrund: Routineaufgaben können effizienter erledigt und auch konzeptionelle Arbeiten unterstützt werden. Doch während der Fokus auf den unmittelbaren Nutzen liegt, werden die tiefgreifenden organisationalen Implikationen oft vernachlässigt. Ein Problemaufriss zur Diskussion von Peter Zängl und Gertrud P. Tuvok.

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[Artikel] PurpLeLab – Die etwas andere Weiterbildung

  PurpLeLab   Am 2.-4. Dezember 2024 startet der erste Durchlauf des PurpLeLab, die Weiterbildung des NetzwerkSelbstorganisation für Führungskräfte: In einer Welt, die sich ständig wandelt, erkennt das PurpLeLab, ein neu gegründetes Bildungsangebot für Führungskräfte, die Notwendigkeit, auch das Lernen neu zu definieren. Unser Ziel ist es, auf Basis der Selbstreflexion, Wissen zu Selbstorganisation zu vermitteln und die Beziehung der Teilnehmenden zu ihrer Führungsrolle in ihrem Unternehmen und allgemein zur Welt zu hinterfragen.

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[Video] Interview mit Katrin Loder, Carbotech AG

  Interview mit Katrin Loder, Carbotech AG, Umweltprojekte und Beratung, Basel/Zürich Carbotech AG wurde 1987 gegründet und führte im 2019 Holokartie ein. 2016 begann bereits der Change-Prozess, nachdem die Gründer sich nach über 30 Jahren aus der Führung zurückgezogen haben. Wie dieser Prozess startete («Holo-was?»), dann verlief, wo Carbotech AG heute steht, ob man externe Unterstützung braucht und wie es sich heute arbeiten lässt («Carbo-Style»), in einer Organisation, die allen Mitarbeitenden gehört, erfährst du im spannenden Video mit Katrin.

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[Artikel] Selbstorganisation: Zwischen Selbstbestimmung und Verlassenheit

In seinem Artikel entdeckt Pascal Miserez bei der ständigen Suche nach dem idealen Arbeitsmodell eine Paradoxie, die tiefer reicht als die blosse Organisation von Arbeitsabläufen. Sie berührt die Grundfesten unserer Vorstellungen von Autonomie, Freiheit und Verantwortung. In diesem Spannungsfeld bewegt sich die Debatte um Selbstorganisation und Selbstüberlassung – ein Thema, das nicht nur wirtschaftliche, sondern auch tiefgreifend philosophische Dimensionen eröffnet.

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[Video] [Mehrblick] Mit Empathie führen, moderieren, Feedback geben

In dieser Mehrblicksession mit der zertifizierten Soziokratie- und Gewaltfreien Kommunikationstrainerin Kathrin Schmitz war das Thema, wie sich Empathie anfühlt und wie ein Fokus auf Anliegen und Bedürfnisse unsere Empathiefähigkeit stärken kann. Wir haben mit Kathrin mal wieder eine praxisorientierte Session erlebt, die sich insbesondere anFührungskräfte und Mitarbeitende, an Moderator*innen und „Moderierte“ und an all diejenigen gerichtet hat, die anderen gerne konstruktiv und ehrlich Feedback geben wollen.

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[Video] Selbstorganisation bei HEKS. Ein Gespräch mit Bernard DuPasquier, ehemaliger Vizedirektor.

Bernard DuPasquier hat vor seiner Arbeit bei HEKS viele Jahre bei Brot für Alle gearbeitet und war bereits dort massgeblich an der Einführung von selbstorganisierten Elementen beteiligt. HEKS, das Hilfswerk der evangelisch-reformierten Kirche Schweiz, unterstützt in über 30 Ländern Projekte der Entwicklungszusammenarbeit zur Bekämpfung von Armut und Ungerechtigkeit. HEKS ist eine gemeinnützige, ZEWO-zertifizierte Stiftung und beschäftigt in der Schweiz und im Ausland über 400 festangestellte Mitarbeitende.

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