Gastbeitrag: Wie Verantwortung entsteht – und warum sie in Organisationen oft missverstanden wird

Quelle und Originalartikel: Ralf Metz & Andreas Messerli, „Wie Verantwortung entsteht und warum wir sie oft falsch sehen“, veröffentlicht auf me&me

Verantwortung ist eines der meistgenutzten Wörter in Organisationen – und zugleich eines der unklarsten. Viele fordern Verantwortungsübernahme ein, ohne genau zu benennen, was damit eigentlich gemeint ist. In der Praxis führt das oft zu widersprüchlichen Erwartungen: Mitarbeitende sollen selbstständig handeln, aber nur solange ihre Entscheidungen den unausgesprochenen Vorstellungen der Führung entsprechen. Passt das Ergebnis nicht, wird Verantwortung schnell wieder nach oben gezogen. So bleibt Verantwortung ein Schlagwort, statt zu einem gelebten Prinzip zu werden.

Der Artikel macht deutlich, dass Verantwortung nicht einfach durch einen Auftrag oder eine Rollenbeschreibung entsteht. Sie ist kein isolierter Akt und auch keine Eigenschaft, die man Menschen einfach zuschreiben kann. Verantwortung entsteht vielmehr im Zusammenspiel mehrerer Bedingungen. Erst wenn diese Bedingungen zusammenkommen, kann ein Mensch ein Thema wirklich zu seinem eigenen machen.

Im Kern beschreibt der Text Verantwortung als die innere und praktische Übernahme eines Themas – sei es eine Aufgabe, ein Ziel oder ein Zuständigkeitsbereich. Menschen übernehmen nicht deshalb Verantwortung, weil sie theoretisch zuständig sind, sondern weil sie ein Thema tatsächlich annehmen und dafür wirksam handeln können. Genau dafür braucht es drei Dimensionen: Dürfen, Wollen und Können.

1. Verantwortung braucht Klarheit – das Dürfen

Verantwortung entsteht nicht im luftleeren Raum. Wer Verantwortung übernehmen soll, braucht einen klaren Rahmen. Dazu gehört, dass transparent ist, was entschieden werden darf, wo Grenzen liegen, welche Kompetenzen vorhanden sind und welche Erwartungen mit einer Aufgabe verbunden sind.

Diese Klarheit ist eine Führungsaufgabe. Führung muss Orientierung schaffen, statt nur Erwartungen auszusprechen. Wenn unklar bleibt, was wirklich entschieden werden darf, entsteht keine echte Verantwortung, sondern Unsicherheit. Menschen ziehen sich dann entweder zurück oder handeln in einem Graubereich, in dem sie jederzeit korrigiert werden können.

Der Artikel zeigt damit einen wichtigen Punkt: Verantwortung scheitert nicht nur an mangelnder Motivation, sondern oft schon an fehlender Struktur. Selbst engagierte Menschen geraten an Grenzen, wenn sie zwar handeln sollen, aber kein klares Mandat haben. Ohne ein verlässliches „Dürfen“ wird jedes noch so starke „Wollen“ irgendwann ausgebremst.

2. Verantwortung braucht Entscheidung – das Wollen

Verantwortung ist mehr als das Erfüllen einer Pflicht. Man kann Aufgaben korrekt erledigen und dennoch keine wirkliche Verantwortung übernehmen. Dann wird nur abgearbeitet, was von außen erwartet wird. Das mag für standardisierte Routinen ausreichen, aber es reicht nicht dort, wo Mitdenken, Entwicklung und Initiative gefragt sind.

Echte Verantwortung beginnt laut Artikel dort, wo ein Mensch innerlich sagt: „Das ist auch mein Thema.“ Verantwortung ist damit eine persönliche Entscheidung. Sie entsteht in dem Moment, in dem jemand nicht nur formal zuständig ist, sondern sich mit einer Aufgabe verbindet und bereit ist, sie mitzutragen.

Gerade in einer Arbeitswelt, in der Routineaufgaben zunehmend digitalisiert oder automatisiert werden, gewinnt diese Dimension an Bedeutung. Wertschöpfung entsteht immer häufiger dort, wo Menschen mitdenken, Qualität weiterentwickeln, Kundenbedürfnisse ernst nehmen und gemeinsam Lösungen gestalten. All das setzt ein inneres Wollen voraus. Verantwortung lässt sich also nicht einfach verordnen – sie muss auch subjektiv angenommen werden.

3. Verantwortung braucht Handlungskompetenz – das Können

Selbst wenn der Rahmen klar ist und jemand Verantwortung übernehmen möchte, fehlt oft noch etwas Entscheidendes: die Fähigkeit, Verantwortung im Alltag tatsächlich umzusetzen.

Der Artikel kritisiert damit ein verkürztes Verständnis von Empowerment. „Macht einfach mal“ ist eben keine befähigende Führung. Verantwortung braucht konkrete Kompetenzen und Praktiken. Menschen müssen lernen, wie sie tragfähige Vereinbarungen treffen, Erwartungen klären, Entscheidungen vorbereiten, mit Konflikten umgehen und in schwierigen Situationen handlungsfähig bleiben.

Besonders wichtig ist dieser Punkt, weil Verantwortung sich nicht in einfachen Phasen bewährt, sondern gerade dann, wenn es kompliziert wird: bei Fehlern, Spannungen, Rückschlägen oder Unsicherheit. Dann zeigt sich, ob Verantwortung nur formal behauptet wurde oder tatsächlich gelebt wird.

Dafür braucht es Werkzeuge, gemeinsame Formate und alltagstaugliche Praktiken. Genannt werden etwa Feedbackformate, die Klärung von Spannungen und Konflikten oder Vorgehensweisen, mit denen Teams wahrgenommene Probleme in bessere Entscheidungen übersetzen können. Verantwortung ist also nicht nur eine Haltung, sondern auch eine Fähigkeit, die entwickelt werden kann.

Verantwortung entsteht nur im Zusammenspiel

Die zentrale Aussage des Artikels liegt im Zusammenspiel dieser drei Dimensionen. Verantwortung entsteht nicht durch klare Zuständigkeit allein. Sie entsteht auch nicht allein durch Motivation oder durch gute Methoden. Erst wenn Dürfen, Wollen und Können zusammenkommen, kann echte Verantwortungsübernahme entstehen.

Fehlt eine dieser Dimensionen, bleibt Verantwortung lückenhaft:

  • Ohne Dürfen fehlt der legitime Rahmen.

  • Ohne Wollen bleibt nur Pflichterfüllung.

  • Ohne Können scheitert Verantwortung an der Umsetzung.

Damit erklärt der Artikel auch, warum in vielen Organisationen so wenig echte Verantwortung übernommen wird. Nicht, weil Menschen grundsätzlich nicht wollen, sondern weil Organisationen häufig vor allem auf Pflichterfüllung ausgerichtet sind. Viele haben gelernt, Erwartungen zu erfüllen, aber nicht, Themen wirklich zu ihren eigenen zu machen. Der Weg in echte Verantwortung ist deshalb anspruchsvoll: Er führt über Klarheit, innere Entscheidung, Lernen und auch über die Bereitschaft, Unsicherheit auszuhalten.

Fazit

Der Artikel lädt dazu ein, Verantwortung differenzierter zu verstehen. Verantwortung ist weder bloß eine individuelle Tugend noch einfach das Ergebnis guter Absicht. Sie entsteht dort, wo Organisationen klare Entscheidungsräume schaffen, Menschen Themen innerlich annehmen und zugleich die nötigen Fähigkeiten entwickeln, um in der Praxis wirksam zu handeln.

Damit wird Verantwortung zu etwas, das sowohl persönliche Reife als auch geeignete organisationale Bedingungen braucht. Wer Verantwortungsübernahme stärken will, muss deshalb nicht nur an Haltungen arbeiten, sondern ebenso an Rollenklärung, Entscheidungsstrukturen und konkreten Arbeitspraktiken.

Mehr dazu:
Wer tiefer erkunden möchte, wie Verantwortung entsteht, wächst und getragen werden kann, findet beim Originalartikel von me&me weitere Informationen. Über diesen Weg kann auch ein Test-Zugang zu Masterclass und Eigenverantwortung stärken angefragt werden – zum Beobachten, Nachdenken und Einsteigen.

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Die Kunst der Selbstorganisation – Menschen können anders

Spitex Stadt Luzern und Tamara Renner im Podcast-Dialog zur Selbstorganisation

Sind Hierarchien tatsächlich die einzige stabile und wirksame Organisationsform? Brauchen Menschen in der Arbeitswelt zwingend eine Führungsperson? Oder halten wir an Vorstellungen fest, die zwar vertraut sind, aber künftige Entwicklung eher bremsen als ermöglichen?

Mit solchen Fragen setzt sich der Podcast auseinander, den unser Mitglied Spitex Stadt Luzern mitproduziert. Mit dabei ist auch Tamara Renner, Co-Geschäftsleiterin der Organisation. Der Podcast widmet sich der Frage, wie Selbstorganisation in der Praxis gelingen kann — nicht als Schlagwort, sondern als konkrete Form der Zusammenarbeit im organisationalen Alltag.

Gerade deshalb lohnt sich ein genaueres Hinhören. Denn Selbstorganisation ist schnell gefordert, aber weit weniger schnell verstanden. Was braucht es, damit Menschen Verantwortung übernehmen können? Welche Rolle spielen Vertrauen, Klarheit und psychologische Sicherheit? Und wie verändert sich Führung, wenn nicht mehr alles über formale Hierarchien gesteuert wird?

Die bisherigen Episoden zeigen: Selbstorganisation ist kein Modell, das sich einfach einführt. Sie ist ein Entwicklungsweg. In der Folge zum Transformationsprozess wird deutlich, dass Veränderung Zeit braucht — und dass Entwicklung dort beginnt, wo Menschen lernen, sich selbst zu führen. Die Episode zur Organisationsentwicklung macht sichtbar, dass es dafür kein fertiges Rezept gibt. Organisationen entwickeln sich lebendig, schrittweise und oft auch über Irritationen, die nicht als Störung, sondern als Lernchance verstanden werden.

Besonders greifbar wird das Thema in der Folge zur Verantwortung. Selbstorganisation bedeutet nicht Beliebigkeit, sondern im Gegenteil: ein hohes Mass an Klarheit. Verantwortung muss sichtbar, benennbar und verbindlich übernommen werden. Wo Zuständigkeiten diffus bleiben, entsteht nicht Freiheit, sondern Unsicherheit. Wo Verantwortung bewusst getragen wird, entsteht Handlungsspielraum.

Dass Selbstorganisation immer auch mit persönlicher Entwicklung zu tun hat, zeigt die Episode zur Persönlichkeitsentfaltung. Vertrauen, Feedback und psychologische Sicherheit sind keine weichen Zusatzthemen, sondern zentrale Voraussetzungen dafür, dass Menschen überhaupt in ihre Wirksamkeit kommen können. Wer Selbstorganisation ernst meint, muss daher immer auch an der Kultur arbeiten.

Gerade bei einer Organisation wie Spitex Stadt Luzern ist dieser Blick besonders spannend. In einem Umfeld, das von direktem Menschenkontakt, hoher Verantwortung und komplexen Situationen geprägt ist, stellt sich die Frage nach wirksamer Zusammenarbeit besonders konkret. Entscheidungen müssen oft nahe an der Praxis getroffen werden. Gleichzeitig braucht es Verbindlichkeit, Qualität und Orientierung. Genau in diesem Spannungsfeld wird sichtbar, dass Selbstorganisation kein Gegensatz zu Professionalität ist — sondern ein möglicher Weg, Professionalität anders zu organisieren.

Der Podcast bietet damit nicht nur Einblicke in die Entwicklung einer konkreten Organisation. Er liefert auch Denkanstösse für andere Unternehmen und Institutionen, die Führung, Zusammenarbeit und Verantwortung neu denken möchten. Wer sich mit Selbstorganisation beschäftigt, findet hier keine Patentrezepte — aber ehrliche Reflexionen, praktische Erfahrungen und kluge Fragen.

Und vielleicht ist genau das der entscheidende Punkt: Nicht die schnelle Antwort macht diesen Podcast interessant, sondern die Offenheit, bekannte Annahmen zu hinterfragen. Menschen können anders. Organisationen vielleicht auch.

Wer neugierig ist, wie Selbstorganisation in der Praxis gedacht, erprobt und weiterentwickelt wird, sollte in den Podcast von Spitex Stadt Luzern hineinhören. Es lohnt sich, unter anderem zu hören auf:

Podigee

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Apple Podcast

 

 

 

 

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„Organisiert euch einfach!“ – Claudia Schröder und Bernd Oestereich über den Weg zur kollegialen Führung

Ein Rückblick auf die Buchpräsentation im Sphères: Warum Selbstorganisation kein Sprint ist, sondern ein fundiertes Handwerk.

Wenn Claudia Schröder und Bernd Oestereich ein neues Sachbuch vorstellen, ist das Interesse in der New-Work-Community gross. Aufbauend auf ohre bisherigen Publikationen luden die beiden kürzlich ins Zürcher „Sphères“ ein, um ihr neuestes Werk vorzustellen: „Organisiert euch einfach“. Wer die beiden live erlebt, merkt sofort: Hier schreiben Menschen, die Sachbücher lieben – und die wissen, wovon sie sprechen. Das Referat war, genau wie das aktuelle Buch, geprägt von Tiefe, Klarheit und einer wohltuenden Prise Realismus.

Im Zentrum ihres Ansatzes steht die kollegiale Führung. Claudia Schröder und Bernd Oestereich richten sich mit diesem Buch direkt an Organisationen, die bereit sind, Verantwortung auf viele Schultern zu verteilen. Dabei räumen sie mit einem gängigen Mythos auf: Selbstorganisation passiert nicht über Nacht. „Transformation ist ein Prozess, der häufig über Jahre hinweg begangen wird.“ – Dieser Satz hallte im Sphères nach und unterstreicht die Ernsthaftigkeit, mit der die Autoren das Thema angehen.

Ein Fundus für die Praxis

„Organisiert euch einfach“ ist ein Fundus für die Praxis, also weniger ein theoretisches Manifest als vielmehr ein echtes Nachschlagewerk. Es bietet:

Schritt-für-Schritt-Anleitungen: Praxisnahe Wege, wie die Umstellung auf kollegiale Führung gelingen kann.

Ein riesiger Interventions-Fundus: Konkrete Werkzeuge für alle, die bereits mitten in der Umsetzung stecken oder erste Ansätze wagen wollen.

Strukturierte Hilfe: Ideal für jene, die in komplexen Situationen nach Orientierung suchen.

Der Abend im Sphères hat gezeigt, dass Selbstorganisation handhabbar wird, wenn man die richtigen Werkzeuge besitzt. Das Buch ist ein wahrer Fundus für alle, die Organisationen nicht nur verwalten, sondern zukunftsfähig gestalten wollen.

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Eindrücke von der Tagung: Selbstorganisation im Realitätscheck: Erfahrungsaustausch und Zukunftsbilder

Unsere Tagung war ein inspirierender und lebendiger Anlass – mit vielen engagierten Teilnehmenden, spannenden Diskussionen, offenem Austausch und wertvollen Einblicken in die Praxis.

Ein grosses Dankeschön an alle, die sich eingebracht, mitgedacht, gelernt, geteilt und weiterentwickelt haben. Danke auch an die Workshop-Leiterinnen und -Leiter für ihr Engagement und an Hans A. Wüthrich für das gelungene Einstiegsreferat.

Workshops und Leitungen

Wir freuen uns, weiterhin in Kontakt zu bleiben, uns bald wieder zu vernetzen und gemeinsam Neues zu entwickeln – genau das, was uns als Verein antreibt und zu solchen ehrenamtlichen Veranstaltungen motiviert.

Bilder sagen mehr als Worte – hier einige Impressionen:

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[Artikel] Zwischen Kälte und Klarheit – Nietzsche und die Selbstorganisation

Könnte es sein, dass Nietzsches radikales Denken und die Prinzipien der Selbstorganisation mehr gemeinsam haben, als man auf den ersten Blick vermutet? Besonders, wenn es um Hierarchie und Macht geht, um das Neue und das Alte, um Menschen, die sich selbst bestimmen oder sich fremdbestimmen lassen. Peter glaubt, ja – und dieser Text ist sein spielerischer Selbstversuch, darüber mehr zu erfahren. Doch nicht als theoretische Beweisführung oder gar dogmatisches Manifest, sondern als eine Art soziologisch-philosophisches Gedankenexperiment, das Zusammenhänge aufzeigt, die vielleicht erst beim zweiten Blick Sinn ergeben und die zum Weiterdenken einladen. Widerspruch willkommen!

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[Artikel] Tagung 2025 – Zusammenfassung der Befragungsergebnisse

Es ist höchste Zeit, dass wir uns wieder persönlich treffen. Fünf Jahre nach unserer ersten sehr erfolgreichen Tagung in Basel wollen wir gemeinsam die Chancen und Risiken der Selbstorganisation entdecken und unsere bisherigen Erfahrungen unter die Lupe nehmen. Martin Diethelm (Zentrum für Verbandsmanagement) Urs Kaegi und Peter Zängl vom Netzwerk Selbstorganisation haben daher die Köpfe zusammengesteckt und eine TagungsIdee zur Weiterentwicklung des Netwerkes aber auch allgemein zur Idee der Selbstorganisation entwickelt. Zu diesem Zweck haben wir eine Mitgliederbefragung lanciert, an der sich über 60 Personen über unseren Newsletter beteiligt haben. Ein herzliches Dankeschön an alle, die sich die Zeit genommen haben und den Fragebogen ausgefüllt haben. Eure Ideen haben uns inspiriert und zu einer spannenden neuen Entwicklung geführt. Wir haben verstanden: im 2025 braucht es eine Tagung. Weitere Informationen folgen hier und in unserem Newsletter. Eine Kurzzusammenfassung der spannenden Ergebnisse der Befragung findet ihr hier.

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[Artikel] Webseite „Selbstorganisation und New Work – Lernen vom Kulturwandel der Spitex Stadt Luzern“

Unter www.selbstorganisation-spitex.ch hat die Spitex Stadt Luzern Ende Januar 2024 eine Webseite über ihre eigene Entwicklung hin zu Selbstorganisation und New Work lanciert. Anhand von Kurzvideos, Dokumenten und weiterführenden Links können sich Interessierte über die Herangehensweise, Chancen und Herausforderungen eines solchen Kulturwandels informieren und von den Erfahrungen der Spitex Stadt Luzern profitieren. «Wir sind überzeugt, dass diese Arbeitsform besser unserem Menschenbild entspricht und uns sowohl betrieblich als auch persönlich weiterbringt», sagt Eva Müller. Sie ist bei der Spitex Stadt Luzern zuständig für Kommunikation und Marketing und hat die Entwicklung der Webseite von Anfang an begleitet.

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[Artikel] Disruption durch KI: Warum Selbstorganisation der Schlüssel für NPOs ist

Der Hype um künstliche Intelligenz (AI) hat die Welt im Sturm erobert und macht auch vor Non-Profit-Organisationen (NPOs) nicht halt. Die Faszination für die neuen Möglichkeiten, die AI bietet, steht dabei im Vordergrund: Routineaufgaben können effizienter erledigt und auch konzeptionelle Arbeiten unterstützt werden. Doch während der Fokus auf den unmittelbaren Nutzen liegt, werden die tiefgreifenden organisationalen Implikationen oft vernachlässigt. Ein Problemaufriss zur Diskussion von Peter Zängl und Gertrud P. Tuvok.

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[Artikel] PurpLeLab – Die etwas andere Weiterbildung

  PurpLeLab   Am 2.-4. Dezember 2024 startet der erste Durchlauf des PurpLeLab, die Weiterbildung des NetzwerkSelbstorganisation für Führungskräfte: In einer Welt, die sich ständig wandelt, erkennt das PurpLeLab, ein neu gegründetes Bildungsangebot für Führungskräfte, die Notwendigkeit, auch das Lernen neu zu definieren. Unser Ziel ist es, auf Basis der Selbstreflexion, Wissen zu Selbstorganisation zu vermitteln und die Beziehung der Teilnehmenden zu ihrer Führungsrolle in ihrem Unternehmen und allgemein zur Welt zu hinterfragen.

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[Artikel] Selbstorganisation: Zwischen Selbstbestimmung und Verlassenheit

In seinem Artikel entdeckt Pascal Miserez bei der ständigen Suche nach dem idealen Arbeitsmodell eine Paradoxie, die tiefer reicht als die blosse Organisation von Arbeitsabläufen. Sie berührt die Grundfesten unserer Vorstellungen von Autonomie, Freiheit und Verantwortung. In diesem Spannungsfeld bewegt sich die Debatte um Selbstorganisation und Selbstüberlassung – ein Thema, das nicht nur wirtschaftliche, sondern auch tiefgreifend philosophische Dimensionen eröffnet.

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[Artikel] New cooperation – Arbeiten auf Augenhöhe

Professionelle Soziale Arbeit hat unter anderem zum Ziel, ihren Klient*innen zu grösstmöglicher Autonomie, Verantwortung für das eigene Handeln und gesellschaftlicher Teilhabe zu verhelfen. Soziale Organisationen selbst sind jedoch oft hierarchisch organisiert, was zu diesen Zielen im Widerspruch steht. Soziale Organisationen nach Prinzipien der Selbstorganisation umzugestalten, ist deshalb ein wichtiges Anliegen, um Stimmigkeit im Handeln in der Organisation und mit der Klientel zu gewährleisten.

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[Artikel] Selbstorganisation als Treiberin gesellschaftlichen Wandels?

Kann Selbstorganisation als Organisationsform eine Treiberin gesellschaftlichen Wandels sein? Und wie geht es Mitarbeitenden, welche in selbstorganisierten Unternehmen oder Organisationen arbeiten? Diesen Fragen sind die Anny Klawa-Morf Stiftung und die Hochschule für Soziale Arbeit der Fachhochschule Nordwestschweiz in einem gemeinsamen Kooperationsprojekt nachgegangen.

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[Artikel] Theoretische Modelle für Transformationsprozesse in Organisationen

Organisationen und insbesondere Organisationen der Sozialen Arbeit sind aufgrund gesellschaftlicher und sozialer Wandlungsprozesse ständig dem Druck ausgesetzt, sich an veränderte politische, soziale und kulturelle Bedingungen anzupassen und sich gravierenden Umbauprozessen stellen zu müssen. Dieser Beitrag befasst sich aus einer theoretischen Perspektive mit solchen Transformationsprozessen in Organisationen und versucht einen Transfer zu Organisationen der Sozialen Arbeit herzustellen.

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[Artikel] Nicht einfach ohne Hierarchie. Ergebnisse einer qualitativen Studie zur Implementierung von Selbstorganisation und Selbstführung.

Fundamentale Veränderungen in der Arbeitswelt führen dazu, dass Unternehmen sich entscheiden, sinnstiftende und hierarchiefreie Organisationsformen zu implementieren. Dabei stehen sie vor der Frage, welche Faktoren die Transformation begünstigen oder behindern. In diesem Artikel werden auf Basis einer Forschungsarbeit zentrale Einflussfaktoren aufgezeigt.

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[Artikel] Wie (un)politisch ist die Selbstorganisation?

Beeinflusst die Art und Weise, wie wir in Organisationen arbeiten, unsere Einstellungen und unser Verhalten in unserem privaten Leben, unseren politischen Einstellungen, unserem Wunsch nach einer gerechten Wirtschaftsordnung? Oder ist die Wahl der jeweiligen Organisationsform gänzlich unpolitisch?

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[Artikel] Soziokratie – der Weg zu mehr Innovation im Grossunternehmen?

Die Fähigkeit kontinuierlich Innovationen hervorzubringen, wird im aktuellen Wandel - bedingt durch die Digitalisierung und die Globalisierung - zum entscheidenden Schlüsselfaktor in der Wirtschafts- und Arbeitswelt. Um als Unternehmen innovativ und nachhaltig erfolgreich zu sein, muss die Organisationskultur anpassungsfähig sein. Die Soziokratie ist diejenige agile Organisationsmethode, bei welcher die Grundhaltung eine transparente, faire und kommunikative Kultur ist und mit ihren Werten und Prinzipien die Basis für die Innovationsfähigkeit im Unternehmen legt. Die Verantwortung wird auf die Organisation als Ganzes übertragen und die Gleichberechtigung wird gelebt. Durch die Selbstverantwortung entstehen Freiräume, welche ein kreatives Vorgehen ermöglichen.

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[Artikel] Das Waschküchenschlüssel Phänomen. Selbstorganisation – ein universelles Modell?

Ich höre immer gerne Jos de Blok zu. Er erzählt so wunderbar, wie er damals die ersten Gedanken zu Buurtzorg hatte – seine Motivation, seine Treiber, sein Engagement und vor allem seine persönliche Sinnsuche. Er ist mein Role Model, wenn ich erklären möchte, was genau „purpose driven“ bedeutet. Doch bei einem Punkt bleibe ich bei ihm immer hängen: Bei meiner ersten Begegnung mit ihm fragte ich ihn, ob er glaube, Selbstorganisation sei ein universelles Modell, das für alle Menschen jedweder Rolle in einer Organisation funktionieren würde.

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[Artikel] Vom Sollen und Wollen auf dem Weg in die Selbstorganisation

„Weil unsere Führungskräfte es nicht mehr hinkriegen, das Unternehmen erfolgreich zu leiten, sollen wir jetzt selbstorganisiert arbeiten.“ Diesen Satz formulierte ein Teilnehmer im Team-Coaching für ein Unternehmen, das sich als streng hierarchisch strukturierte und geführte Organisation auf den Weg in die Selbstorganisation begeben hatte. Nun bietet diese Aussage eine Fülle von Interpretationsmöglichkeiten und Anregungen zum Nachdenken.

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[Artikel] «Einwurf» – Selbstorganisation zwischen Mode und Innovation. Zur Kritik von Stephan Kühl an den Konzepten der Selbstorganisation.

«Wenn die Affen den Zoo regieren» Mit dieser Überschrift tourt der Organisationssoziologie Stephan Kühl seit Jahren durch die Vortrags- und Publikationslandschaft (Kühl 2015). Dabei kritisiert er intelligent und unterhaltsam Konzepte der Selbstorganisation.

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[Artikel] Auswertung Befragung von Organisationen mit Selbstorganisation (Stand: Mai 2020)

Die 11 antwortenden Organisationen sind in den Bereichen Pflege, Bildung, soziale Arbeit und Softwaredienstleistungen tätig. Die grösste umfasst 150 Mitarbeitende, die kleinste 5. Auf einer Skala von 1 (Planung der Selbstorganisation) bis 10 (gesamte Organisation ist selbstorganisiert) geben sie sich einen Durchschnittswert von 7.6. Die Gründe, weshalb sie Selbstorganisation eingeführt haben sind meist ökonomische (Overhead reduzieren, hohe Krankheitsabsenzen, schnellere Reaktionsfähigkeit gegenüber neuen Marktanforderungen, Innovationsfähigkeit, effizientere Abläufe, mehr Flexibilität ) und veränderten Menschenbilder (Menschen sind in der Lage, ohne Hierarchie Leistung zu erbringen, wollen selbstständig arbeiten, die Intelligenz aller ist immer besser als die Intelligenz einzelner). Dabei verwenden sie am häufigsten das Modell von «Laloux/Teal Organisation», aber auch Scrum, Soziokratie, Buurtzorg und kollegiale Führung.

Die befragten Organisationen geben weiter an, was sie besonders gut können und was sie bei der Umsetzung besonders herausfordert. Abschliessend werden noch Wünsche ans Netzwerk geäussert.

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[Artikel] Auswertung Befragung von Beratenden (Stand: Mai 2020)

Die 21 antwortenden Beratenden decken ein breites Feld der Selbstorganisation ab. Sie arbeiten meist seit 2-3 Jahren in diesem Feld. Zentrale Modelle der Beratenden sind agile Elemente, Laloux/Teal, Soziokratie, Purpose Driven sowie kollegiale Führung. Am kritischsten wird von Ihnen den Ansatz des Holacracy genannt, aber auch der Ansatz von Laloux. Interessant sind die von den Befragten genannten Herausforderungen bei der Umsetzung der Selbstorganisation und welche Vorteile sie erkennen, Wenn Organisationen den Ansatz der Selbstorganisation nutzen. Die Auswertung schliesst mit den Wünschen der Beratenden an das Netzwerk und wozu sie dieses nutzen.

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[Artikel] Mit Libellenaugen* durch die Krise – ein soziokratischer Werkstattbericht

Menschen - und damit Organisationen - reagieren mit unterschiedlichen Gefühlen auf die Auswirkungen des Lockdown und der Pandemie - und handeln entsprechend. Drei Grundverhaltensweisen sind in der aktuellen Situation der Corona-Krise deutlich zu beobachten: Die einen lähmt die Angst, die anderen übertreffen sich in Krisenreflexen und wieder andere kommen produktiv ins Handeln. Was macht den Unterschied aus?

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[Artikel] Horizontale Organisationsstrukturen versus vertikale Führung

Verlagert sich die Organisationsstruktur in einem Unternehmen hin zu horizontalen Ausrichtungen der Kunden- oder Prozessorientierung, bedingt diese Verlagerung eine gleichzeitige Mitentwicklung der Führungsstruktur. Diese Bedingtheit, wird häufig unterschätzt, was meist zu Reibungen und Dilemmata im Unternehmen oder in Unternehmensbereichen führt. Aber was bedeutet das: Der Wandel der Organisationsstruktur fordert einen Wandel der Führungsstruktur?

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[Artikel] Menschlichkeit vor Bürokratie

Buurtzorg, ein Modell aus den Niederlanden, versteht Pflege ganzheitlich und setzt auf Teams, die sich selbst organisieren. Welche Erfahrungen machen ambulante Pflegeorganisationen in der Schweiz, die Elemente von Selbstorganisation eingeführt oder umgesetzt haben? Ein Forscherteam der Fachhochschule Nordwestschweiz hat nachgefragt.

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[Artikel] Professionelles Handeln organisieren: Organisationale Hierarchie und professioneller Habitus

Arbeit und Hierarchie scheinen uns wie von selbst verbunden. Führungskräfte stellen uns an und treffen später bei wichtigen Fragen die Entscheidungen. Manchmal holen sie unsere Ideen ab, schlussendlich liegt die Entscheidungsmacht jedoch bei ihnen. Entscheidungen treffen professionelle der Sozialen Arbeit auch in Bezug auf ihre Klientel, versuchen dabei aber, den KlientInnen auf Augenhöhe zu begegnen. Organisationale Hierarchie und professioneller Anspruch: ein Widerspruch, der sich auflösen liesse!

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